Drassburg - geeignet oder nicht?

Ich frage mich, ob wir eines Tages erfahren werden, warum die ÖSTM Lang in einem weitgehend für OL ungeeigneten Wald ausgetragen wurde. Aufgrund des späteren Termins im August war die Vegetation natürlich wesentlich dichter, einige Teile des Waldes waren aber vermutlich zu jeder Jahreszeit dunkelgrün.
Dazu kamen noch Bahnen, die das Weglaufen bevorzugten, in manchen Klassen als die einzig mögliche Alternative erscheinen ließen.
Und all das, während am anderen Ende von Österreich eine neue Karte mit einem bereits fixierten Wettkampf als Alternative zur Verfügung stand. Ein Schelm, wer wirtschaftliche oder private Kriterien bei der Vergabe im Fordergrung sieht.
Spannend wird sein, ob Drassburg zur Nachnutzung angenommen wird oder eher dankend auf diesen Wald verzichtet werden wird.

Kommentare

  • Für eine lokale Nacht-MS (zum Beispiel NÖ Nacht-MS) oder vielleicht auch eine lokale Staffel-MS wäre das Gebiet vielleicht geeignet, für eine Mitteldistanz oder gar Langdistanz mit AC war es das sicherlich nicht. Die Anforderungen an eine Mitteldistanz oder eine Langdistanz sind von der IOF sehr klar beschrieben. Für eine Mitteldistanz war das Gebiet zu wenig detailreich und zu wenig technisch, für eine Langdistanz entweder zu flach oder zu klein, jedenfalls mit viel zu wenig echten Routenwahlproblemen und - bis auf die Hitze - keine wirkliche Extremanforderung an die physische Kondition.

    Die Alternative am anderen Ende von Österreich wäre auch meine bevorzugte AC-Variante gewesen, ich bin mir bei den Internet-Bildern allerdings nicht ganz sicher, ob die große Karte wirklich der ISOM 2017-2 entspricht, insbesondere bei den geforderten Mindestabständen zwischen Kartensymbolen, zB. bei Steinen.
  • Na Du hast lustige Probleme, Andreas. Ich wäre völlig zufrieden, wenn die Karte richtig und das Geläde interessant ist.

  • Für sportlich faire Wettkämpfe - und ganz besonders für Österreichische Meisterschaften und Staatsmeisterschaften - gibt es Regeln, und diese Regeln sollten für eine sportliche Fairness auch eingehalten werden. Im Orientierungssport ist die Karte besonders wichtig und ein zentraler Teil der Sportart. Was bei einer OL-Karte "richtig" heißt, das legen die Kartennormen ISOM, ISSprOM, ISMTBOM und ISSkiOM fest.

    Für eine OL-Fun-Woche spielt eine normgemäße Karte vielleicht eine untergeordnete Rolle, für ÖStM und AC ist die Qualität der Karte ein ganz wesentlicher Bestandteil der Qualität der Gesamtveranstaltung. Gerade ein so detailreiches und ausgezeichnetes Gelände wie in Tirol sollte extrem gut kartiert und die Karte gut generalisiert werden, um die Lesbarkeit der Karte unter Wettkampftempo zu gewährleisten. Für die ISOM 2017-2 wurde speziell auf die Lesbarkeit geachtet, um der Tendenz der Vorjahre, die Karten immer detailreicher "anzufüllen", entgegenzuwirken. Deshalb gibt es auch neue Mindestabstandsregeln für Symbole. Steinreiches Gebiet mit vielen benachbarten Einzelpunkten für Einzelsteine anzufüllen spielt es mit der ISOM 2017-2 nicht mehr.

    In der Schweiz wird auch darauf geachtet, bei Trainingswochen möglichst gute Karten zu haben, einfach im Sinn möglichst durchgehend hoher internationaler OL-Veranstaltungsqualität.
    Wie gesagt: Es bleibt offen, wie die Karte geworden wäre, wenn es in Tirol ein AC-Wochenende geworden wäre mit ÖM und ÖStM. Die Bilder, die ich gesehen habe, deuten auf Karte(n) hin, die für eine FUN-Woche, OL-Urlaubswoche und Ähnliches geeignet sind, für ÖM und ÖStM sollten aber strengere Anforderungen gelten. Genauso, wie für eine ÖM und ÖStM auch strengere Anforderungen ans Gebiet gelten sollten...
  • Hallo Andreas!
    Schön, dass du dich mit der Qualität einer Ol-Karte in Tirol beschäftigst, die für das O-Festival verwendet wurde. Richtig ist auch,
    dass die auf der ÖFOL HP in Ausschnitten veröffentlichten Karte auch eine derer gewesen wäre, die für das, vom ÖFOL Vorstand abgelehnte AC-Wochenende Thema gewesen wäre!
    Gerne hätten wir dich auch beim O-Festival gesehen - dort hättest du als Teilnehmer einen Eindruck der ISOM-Qualität (samt allfälliger geringer Abweichungen) machen können.
    HGG
    Ps:
    Übrigens haben sich Schweizer Kader die vor dem O-Festival mehrere unserer Karten im Rahmen von Trainingslager genutzt haben, sehr positiv über Gelände und Kartenqualität geäußerst!
    Lediglich der ÖFOL Juniorenkader wollte das (Auftrag der Abteilung Sportkoordination) Angebot nicht nutzen!
    So ists mal!
  • bearbeitet 8. September
    Andreas, danke dass du dich aus der Ferne als Kartenexperte profilierst - die internationale Kartenzeichnertruppe um Viktor Kirianov brauchen wir wohl niemanden vorstellen. Dein Kommentar erübrigt sich wohl. Aufgrund eines Fotos bewertest du die Qualität einer Karte, hättest sie wohl besser einmal persönlich in den Händen halten müssen. Wann erfolgt dein Einsatz als Kartenkonsulent oder als TD, du bist ja noch auf der Liste.
    Danke El Grillo, dass du dich traust Tabuthemen anzusprechen, Wettkampfvergabe , was Gebiete betrifft zwecks Eignung, verläuft halt momentan soso o lala. Tirol war auf alle Fälle eine Reise wert, die Reaktionen der Teilnehmer sprechen eine deutliche Sprache.
    HGG, danke einmal für alles was du auf die Beine stellst, ich glaube mit den deinem Verein gehörenden Karten und Gebieten könnten wir einmal sagen, die Austria Cup Saisonen 2022 - 2027 könnten geschlossen von Orienteering Innsbruck Imst in Kooperation mit dem IAC erfolgreich abgewickelt werden.
  • Hallo Wolfgang!
    Ja, gerne - soferne wir mehrere Vollzeitstellen finanzieren können!
  • Lieber HGG,
      Du weißt, dass ich ein Befürworter dafür war, dass die ACs gleich mit Deinem Tirol-Wochenende verbunden werden und dass ich wenig Verständnis für die Draßburg-Entscheidung hatte. Dein Wochenende in Tirol war eigentlich auch fix auf meinem Terminplan. Leider sind bei mir in Wien corona-bedingt Bauprojekte verzögert worden, Fristen für Bauförderungen wurden aber nicht ausreichend verlängert, was im Sommer akut brenzlig wurde und mit den steigenden Corona-Fallzahlen für mich letztlich ein zu großes wirtschaftliches Risiko bei einer Tirolreise bedeutet hätte. Ich habe mich im Vorhinein bei Dir sogar schriftlich entschuldigt, nicht an Deinem Tirol-Wochenende teilnehmen zu können.
    Ich stimme mit Michael überein, dass Draßburg gebietsmäßig leider keinen Ersatz für Tirol darstellte und freue mich schon auf zukünftige Tyr-OL-Meetings. :-)
  • bearbeitet 9. September
    @Wolfgang Pötsch :  Es stimmt, ich stehe sowohl als lizenzierter TD und auch als Kartenkonsulent zur Verfügung. Als TD immerhin schon seit 2014. :-D
    Ich wurde von potenziellen Veranstaltern auch als potenzieller ÖFOL-TD im Dreiervorschlag dem ÖFOL genannt, bisher vom ÖFOL dafür aber nicht besetzt. Diese Entscheidung treffe nicht ich. Wenn der ÖFOL immer nur dieselben Leute als TD besetzen möchte, ist das seine Sache. Die sterben dann halt irgendwann aus Altersgründen aus, bei fehlendem Nachwuchs. Es ist alleine ÖFOL-Entscheidung, solche Strategien zu fahren. :-)
    Bzgl. Karten und Geländeaufnahme arbeite ich momentan auch selber im Feld und spezialisiere überdies gerade zusätzlich im Teilgebiet Ingenieurgeodäsie der Vermessungstechnik... ich hoffe, dass Dir das genug professionell ist. ;-)
  • Es gibt diesen schönen Spruch: those who can do. Those who cannot do teach. Those who cannot teach administrate.

  • @el grillo  :  Dein Spruch ist unsinnig und realitätsfern. :-)
    Gerade in der heutigen Zeit sind Administration/Management oft massiv überbezahlt, an zweiter Stelle folgt die regelmäßige Unterrichtstätigkeit, und diejenigen, die die wirkliche Sacharbeit machen, sind die armen Hunde... oder kennst Du irgendwo ein Karrieresystem, in dem "Sachbearbeiter" an höchster Stelle steht? :-D

    Oder umgelegt auf den österreichischen OL: Die OLerin und der OLer bekommen fürs Laufen nichts, im Gegenteil, die zahlen Nenngeld :-)  , OL-Funktionäre haben bei einem OL in der Nähe nur einen gesetzlichen Anspruch auf entweder ca. EUR 26 oder (alternativ) Verköstigung, Trainer können durchaus auch das PRAE-Maximum verrechnen oder können andere Vertragsregelungen haben (falls überhaupt im österreichischen OL...), und dann kommt die Administration mit Taggeldern, Sitzungsgeldern, Tagesdiäten, Reisekosten, Verpflegungskosten, Aufwandsersätzen, und und und.
    Dein Sprücherl dient in diesem Zusammenhang nur dazu, das gemeine Fußvolk billig, unten und bei Laune zu halten. ;-)
  • Daher hab ich mir vor vielen Jahren das Ziel gesetzt für unser Fussvolk zu arbeiten. Ohne Indianer keine Häuptlinge.
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