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Startgelder in den Landesverbänden

Seit einigen Jahren schon stagniert die Anzahl der regionalen Wettkämpfe. Es finden sich immer mehr Vereine, die deren Veranstaltung offen als unrentabel bezeichnen. 50h plus für das OK-Team, das in der Regel gratis arbeitet oder um einen symbolischen Fahrtgeldersatz.
Diese kleinen Wettkämpfe wie Südostcup, WOLV-Cup, Linz-Cup etc. haben aber drei essentielle Aufgaben:
1. regionales Angebot für Neueinsteiger,
2. Einstieg für Nachwuchs in die Wettkampforganisation
3. Wettkampfkilometer für die Vielläufer in der Vor- und Zwischensaison
Wenn man sich die Startgelder für die kleinsten Straßenläufe ansieht, die mit einem Bruchteil an Aufwand eines OL einhergehen, findet man kaum Läufe unter 20€.
Ich kann nicht glauben - und das seit 20 Jahren nicht - dass das Startgeld beim OL ein kritisches Einstiegskriterium darstellt. Und die ANzahl der leute, die sich keine 10-15 €pro Lauf leisten könen, wird auch relativ klein sein.

Es wäre daher wünschenswert, wenn die Landesverbände ihrer Verantwortung nachkommen und den Vereinen für die kleinen Läufe ein höheres Startgeld ermöglichen.
Welche Summe würdet Ihr für einen gut gemachten Wald-OL zahlen?

Kommentare

  • Liebe Grillo,
    Du sprichst mir aus der Seele!
    Nur: jede Sportart zieht in der Regel gewisse Menschentypen an. So wie bei den Triathleten jedes Jahr das neuerste Equpiment gekauft werden "muss", so sind gar nicht wenige OlerInnen "stolz" uralte Schuhe, Chips u.ä zu besitzen ohne Neues kaufen zu müssen/wollen.
    Das Argument des sozialen Ausschließens höre ich nun seit Jahrzehnten, das mit ganz wenigen Ausanhmen zum Glück nicht zutrifft.
    Sportart und Menschen sind ein spannendes "matching" ;-)
  • @ El Grillo
    Ich spreche hier nur von mir und meiner OL-Arbeit für die Naturfreunde Linz.
    Ich veranstalte seit ca. 30 Jahre mindestens 1 Wettkampf / Jahr - Linz-Cup, OÖM und oder AC Lauf.
    Ich mache es weil es mir Spaß macht und nicht wegen etwaigen Fahrtgeldern, oder ähnliches.  Das Startgeld ist bei uns seit Jahren im gleichen Rahmen und das ist gut so.
    Ich bin sogar der Meinung das wenn wir das Startgeld erhöhen würden es den einen oder anderen "Neugierigen, Neueinsteiger" vielleicht davon abhalten würde es mal auszuprobieren. 
    Wenn Vereine / Personen die Meinung haben das es unrentabel ist, na ja, dann ist es halt so. 
    Kann nicht ein Verein, der einen Cup - Lauf veranstaltet, das Startgeld selber dafür bestimmen? Beim AC-Lauf ist es vom ÖFOL vorgegeben, aber auf Landesebene auch? Also bei uns wüsste ich nichts davon. 
    lg peter
  • Man kann für Neulingskategorien niedrigere Startgelder ansetzen.
    Es stimmt: Die Startgelder im österreichischen OL sind extrem niedrig - man vergleiche zum Beispiel mit der Schweiz - viele Neulinge hat das bisher trotzdem nicht gebracht. :-) Die niedrigen Startgelder sind zunehmend eine Hürde für Veranstalter, weil immer mehr Behördenauflagen und Nachweise verlangt werden: Veranstalter-Haftpflichtversicherung, Benützungsabgaben, Ausnahmegenehmigungen für Straßen und Zufahrten, und und und... Zum Veranstaltungsrisiko kommt das zunehmend größer werdende wirtschaftliche Risiko hinzu - und irgendwann veranstaltet man gar nicht mehr in dieser herkömmlichen Form. Zur Bezahlung von Mitarbeitern und umgekehrt deren Ansprüche existieren Regelungen in den Vereinsrichtlinien.

    Ein weiterer Nachteil dieser Art der Organisation im österreichischen OL: Die Sportart kann sich qualitativ nur langsam bis kaum weiterentwickeln, eine Professionalisierung ist fast nicht möglich. Es bleibt also bei vielen Hobbyveranstaltern, die vielleicht eine Veranstaltung im Jahr oder alle zwei/drei Jahre durchführen. Bei "alten Hasen" ist das eine reine Routinesache, nur fehlt dann auch der Veranstalternachwuchs.

    Meines Wissens existiert in Österreich im OL-Bereich ein einziger Verein bzw. Veranstalter, der die von den Dachverbänden aus rechtlichen Gründen inzwischen sogar empfohlene Trennung von gemeinnützigem Verein einerseits und Veranstaltungs-GmbH andererseits umgesetzt hat. (Eine Ausnahme dürften HSV sein, da diese im Bundesheer selber professionelle Strukturen vorfinden.)

    Wenn Österreich im internationalen OL-Umfeld mithalten möchte, dann wird man über Professionalisierung der Trainings und über Professionalisierung und Qualitätssicherung im Veranstaltungsbereich nicht herumkommen.
  • @elgrillo : Letztes Wochenende hast Du selber offenbar einen Abstecher nach OÖ gemacht, andere fuhren in die Stmk. Mein eigener Verein organisiert schon seit fast der gesamten Corona-Zeit offene OL-Trainingsmöglichkeiten, fast alles im Wald. Ich verstehe in diesem Zusammenhang dann Deine Einstellung bzw. die Deines Vereins nicht, dass einerseits lokale Wald-OLs von verschiedenen Vereinen organisiert werden sollen, aber wenn es dann die Möglichkeiten dazu gibt, nützt man sie nicht. Man kann ja nicht einerseits in Wien im Fuß-OL praktisch alles alleine niederdominieren wollen und sich dann in erster Linie als Verein nur mehr mit sich selber beschäftigen... das ist dem OL in Wien als Sportart sicherlich nicht förderlich.
  • Erklär bitte was Du meinst, ich verstehe es nicht. Mir geht es um die Erhöhung der Startgelder.

  • Es geht um die Startgelder für lokale Veranstaltungen, und zwar in erster Linie mit Deiner Begründung, dass es sich vielleicht bald kaum mehr auszahlt (unrentabel), zu veranstalten. Eine Sichtweise, der ich durchaus etwas abgewinnen kann.
    Der OLC Wienerwald bietet in Wien und Umgebung seit gut 10 Wochen offene (!) OL-Möglichkeiten, davon die Mehrheit im Wald, mit freiwilliger Teilnahmemöglichkeit über 9-10 Tage hindurch, pay-what-you-want. Denn uns geht es um den Sport.
    Was Dich betrifft meine ich konkret, dass Du Deine Vorstellungen von lokalen Wiener Wald-OL-Gelegenheiten und Startgeldern - oder anders gesagt: einfach Deine tatsächlich Wertschätzung - hier in der Praxis zeigen hättest können, bzw. könntest, anstatt nur im Forum darüber theoretisch zu schreiben...
  • Ach so. Der Unterschied zw einem Training auf bekannten Karten und einem Wettkampf mit starker Konkurrenz auf einer unbekannten Karte ist Dir geläufig? Und: ich hatte keine Ahnung von Eurer Trainingsserie, vielleicht hapert's da beim Marketing.

  • @el grillo  : Du bezogst Dich ausdrücklich auf "Diese kleinen Wettkämpfe wie Südostcup, WOLV-Cup, Linz-Cup". Bei diesen kommen fast nie unbekannte Karten zum Einsatz, ausgenommen Sprints oder Schulkarten.  Laut ÖFOL-Dokument vom 29. Mai 2020 handelt es sich auch dabei um Trainingsläufe wie "NOLV-Cup Trainingslauf" oder "WOLV-Cup Trainingslauf".
    Einen "Wettkampf mit starker Konkurrenz auf einer unbekannten Karte", der diese Bezeichnung verdient, kenne ich in Österreich eigentlich erst ab dem Veranstaltungsniveau Meisterschaften, Länder-Vergleichswettkampf oder ähnlichen größeren Ereignissen.

    Zum Thema Marketing: Anhand der selbst eingetragenen TN-Liste ist zu erkennen, dass die Möglichkeiten sowohl international als auch bei anderen österreichischen Vereinen wahrgenommen worden sind...
    Ich stimme Dir aber zu, dass die WOLV-Seite nicht ganz am aktuellen Stand ist. :-)
  • ...vielleicht liegt es auch daran, dass man Dich nie bei einem dieser Läufe sieht? Insidertip: 25.7. Feldbach.
  • @el grillo  : Ich bin selbstverständlich in Wien WOLV-Cups, Sprintcups, Sommercups, Schulcups gelaufen (tw. sogar selber organisiert), ein Blick auf die Ergebnislisten genügt,  und auch regelmäßig zu kleinen Läufen nicht nur nach NÖ (Wintercups, NOLV-Cups) sondern auch in die Stmk, Bgld oder OÖ gefahren, darunter Photo-OL in Linz, Nacht-OL in Graz oder Goggi-Geburtstags-Vielposten-OL in irgendwo. Momentan sind während der Corona-Zeit nur Anmeldungen via ANNE möglich, der ÖFOL blockiert aber seit mehreren Monaten meinen ANNE-account, deshalb ein kleiner Teilnahmeeinbruch meinerseits 2019 und Anfang 2020.
    Die Angelegenheit "ÖFOL" wird nach gegenwärtigem Stand eh vor Gericht (und andere Rechtsinstitutionen) gehen, dann schauen wir weiter. Das Schlamassel im Verband werden die auszubaden haben, die es verursacht haben, egal, wie schön sie sich selber nach außen hin verkaufen und sich feiern lassen.
    Insider-Tipp: MTBOs im Juli.
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