Adaptierte Wettkampfregeln während der Corona-Krise

Hierzu einige Ideen. Wie realistisch ist die Umsetzung im 2. Halbjahr?
Ich wünsche erfolgreiche Verhandlungen mit Sport Austria

LG Kermit

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- Verzicht auf Staffel-, Mannschafts- und Sprintwettkämpfe

- systematische Verteilung der Kategorien auf die Bahnen nach berechneter Streckenlänge, Schwierigkeitsgrad, Teilnehmerzahlen. Hilfsmittel: z.B Excel
- verbesserte Qualitätskontrolle bei Minimierung der Postenfrequentierung, gegenläufigen Bahnanlage und gleichen Postenfolge unterschiedlicher Bahnen. Hilfsmittel: Ocad-Statistik

- Verlängerung des Startfensters von etwa 2 auf 3-4 Stunden, dann starten bei 480 AC-Teilnehmern durchschnittlich etwa 2,0-2,7 Läufer pro Minute, die sich auf über 20 Bahnen verteilen
- Aufteilung der Läufer auf Startblöcke wie 10:00-11:00, 11:00-12:00 Uhr etc. je nach Anfahrt, ähnlich dem Schweizer System. Beispiel: Für ein Wettkampfwochenende in NÖ erhalten die Tiroler Samstag einen späten Startblock, Sonntag einen frühen, die Wiener umgekehrt
- Auslosung der Startzeiten nach Bahnen und Startblöcken statt nach Kategorien

- Anreise vor allem individuell bzw. im Familienverbund
- Minimierung der Interaktionen im WKZ, Freiluft-WKZ, kein Wechselgeld, möglichst Online-Überweisung
- evtl. Postenbeschreibung vorab online zum Ausdrucken
- Toiletten: betrifft im Prinzip alle Sportstätten und Veranstaltungen. Türen offen lassen, wenn nicht benutzt. Weniger starke Frequentierung wegen des gestreckten Startfensters
- kurzer Aufenthalt auf der Zielwiese
- Selbstversorgung mit Getränken während und nach dem Lauf
- Verzicht auf Gastronomieangebot
- keine Zwischenzeitzettel, keine Schnellwertung vor Ort
- Händedesinfektion im WKZ, am Start und im Ziel
- evtl. Mund-Nase-Schutz bis unmittelbar vor dem Start und nach dem Zieleinlauf
- Helfer mit Mund-Nase-Schutz und Desinfektionsmittel ausgestattet

- viel Platz am Start bzw. Vorstart
- Start mit Startstation im Abstand von etwa 15 Sekunden innerhalb der zugelosten Minute

- Empfehlung, bei Gegnerkontakt nicht im Windschatten, sondern diagonal im Abstand von mehreren Metern zu laufen
- Automatische Disqualifikation von Läufern, die denselben Posten im Abstand von 2 Sekunden oder kürzer nach einem anderen Läufer stempeln. Begründung: beim Laufen empfohlener 10m-Abstand (Kogler und Leuven-Studie) entspricht bei 4min/km 2,4 Sekunden. Ausnahmen: letzter Posten und Zielposten. Hilfsmittel: selbst geschriebenes Skript, das aus dem Krämerprogramm exportierte Daten verarbeitet.
- ausschließlich Touch-Free-Chips

- mehrere SI-Stationen in größerem Abstand am letzten Posten und Zielposten
- breiter, eher kurzer Zieleinlauf
- kurze Wartezeiten beim Chip-Auslesen, auch dank des gestreckten Startfensters

- evtl. erhöhte Startgelder wegen des Mehraufwands für Ausrichter

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Kommentare

  • Ich halte von zu hohen/strengen Abstandsregeln im Freien - vor allem beim Sport - nichts, da Infektionen nachweislich nur in geschlossenen Räumen bei ca 15minütigem intensiven Kontakts "passieren". Laut Studie hat im April keine einzige Infektion in Österreich im Freien stattgefunden. Ist ja auch logisch: wenn dem so sei, daß man beim Vorbeigehen/laufen/radeln angesteckt werden könnte, dann wäre die ganze Welt innerhalb kürzester Zeit komplett durchgeseucht. Da sollte man den Hausverstand einschalten und mit Bedacht vernünftige Regeln finden.
    Ein einfaches wäre es zb, daß man das Startintervall in jeder Kategorie auf 5min ausweitet und drei oder vier Starts hat (evtl auch mehrere Ziele - die können ja auch im 10m Abstand nebeneinander sein). Dann wäre das übliche Start- und Zielgedränge obsolet. Im Wald selbst seh ich überhaupt kein Problem mit anderen Läufern. Bei Stadtsprints ist das schon problematischer wegen Zusammenstößen mit anderen (Läufern)...
    Wobei ich überhaupt glaube (und hoffe), daß der ganze Wahnsinn mit dem Sommer weg ist und spätestens ab Herbst mehr oder weniger Normalbetrieb läuft, zumindest in Österreich.
  • Um das mal klar zu sagen: wir sind alle keine Virologen. Woher Du weißt, dass keine Infektionen im Freien stattfanden, weiß ich nicht. Aber willst Du der erste sein? Oder bei einem OL den ersten Fall in der Presse lesen?
    Ich bin mir sicher, dass wir den kontaktfreien OL-Wettkampf organisieren können. Auf eine Spezialregelung der Politik sollten wir nicht hoffen, dafür ist der ÖFOL leider zu klein.

  • Stimmt, wir - und natürlich auch ich - sind alle keine Virologen, aber man muß mM nach das Ganze mit Vernunft und Hausverstand (nicht zu verwechseln mit Leichtsinn!) betrachten. Es wurde klar gezeigt, daß Infektionen vor allem im DIREKTEN LÄNGERFRISTIGEN Kontakt mit anderen Menschen in geschlossenen Räumen passieren (Stichwort Apres Ski, Zuschauermenge im Rahmen von zb Fußballmatch (vor allem die Öffianreise und vorher/nachher in Lokalen), Parties, und vor allem zu Hause im eigenen Familienverband), eben da, wo man sich viel und in engem Kontakt miteinander austauscht. Die seit Wochen stark sinkenden Infektionszahlen (auch nach der "Öffnung") sprechen mM nach eine klare Sprache.
    Ein Anstecken über Oberflächen ist absolut unwahrscheinlich - das kann nur dann passieren, wenn jemand direkt auf einen Gegenstand draufhustet, spuckt, rotzt und sofort anschließend greift jemand hinein und sofort anschließend sich selbst in die Schleimhäute (jede Zeitverzögerung bei so einem Zwischenschritt vermindert das Risiko einer Ansteckung zusätzlich enorm). Ist ja logisch, denn wenn dem nicht so wäre, wäre zB komplett Wien schon längst durchgeseucht (ich denke daran: die Hamsterkäufe haben am Ende Februar begonnen und bis 15.März waren Geschäfte, Lokale, Öffis wie immer überfüllt).
    Natürlich ist es sinnvoll, wenn wir die OL-Saison starten wollen, klare, nachvollziehbare und auch umsetzbare Regeln (im Erstkommentar sind sehr gute Ansätze dabei!) aufzustellen, aber ich denke, da ist die Wettkampfkommission sicher schon am ausarbeiten.
    Das A und O ist dabei mM nach die Aufteilung der Startenden und der Zielankünfte, um engstehende Menschenmengen bei Start und Ziel zu verhindern, das recht "einfach" durch eine längere Startzeit und/oder mehrere Starts und Ziels erreicht werden kann.
     Falls man im Herbst noch immer Abstand halten muß, ist es natürlich fraglich, wie man das im Wettkampfzentrum, mit der Gastro und mit den Hotels für weiter Anreisende hinbekommt. Ob dann österreichweite Läufe so Sinn machen, muß man dann abwägen.
    Uns stehen auf jeden Fall noch spannende Woche bevor, ich blicke aber der OL-Zukunft ab Herbst sehr positiv entgegen.
  • "erhalten die Tiroler Samstag einen späten Startblock, Sonntag einen frühen" -> da werden sich die Tiroler wegen der kürzeren Regenerationszeit möglicherweise bedanken. o:)
  • Nach gegenwärtigem Stand der Dinge ist natürlich auch eine Infektion im Freien möglich. Sie ist wegen des Windes nur weniger wahrscheinlich als in geschlossenen Räumen mit stehender Luft. Es geht um die ausgeatmeten, ausgehusteten oder ausgeniesten Tröpfchen, sowie um Schmierinfektion. Deshalb gelten auch im Freien Abstandsregeln.

    OL hat grundsätzlich das Einzelstartverfahren, das ist jetzt ein Vorteil.
    Schwieriger sind schwitzende, keuchende möglicherweise hustende OLer bei Posten - dem kann man aber durch mehrere Kontrollstationen in ausreichendem Abstand plus SIAC entgegenwirken. Das würde auch bezüglich der Postenstandorte und Fahnenpositionierung wieder der ursprünglichen OL-Idee helfen, dass es sich nicht um eine Art Ostereiersuche im geschlägerten Holz sondern um ein gezieltes Anlaufen von kartierten Objekten oder gezieltes Anradeln von kartierten Standorten handeln soll. Nachteil: Mehr Materialaufwand durch zusätzliche Stationen.

    Zieleinläufe müssten entsprechen "breit" gestaltet werden.
    Wenn man den Mehraufwand stemmen kann, könnte man sämtliche Posten auch durch Postenpersonal bemannen, das regelmäßig über SI-Stationen mit Desinfektionsmittel drüberwischt.

    Für Teilnehmer Handschuhpflicht.
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