Disqualifikationen wegen falsch gestempelter Posten

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Disqualifikationen wegen falsch gestempelter Posten

Beitragvon Martin Fürnkranz » Freitag 30. Juli 2010, 10:15

Ich kann es mir einfach nicht verkneifen - nachdem ich in der "Orientierung" ständig über österreichische Spitzen-Orientierungsläufer (zuletzt beim MTB-O Weltcup in Ungarn) lese, die wegen falsch gestempelter Posten disqualifiziert werden, und auch in persönlichen Gesprächen immer wieder davon erfahre - zu diesem Thema einen kurzen Kommentar abzugeben:

In meinen 26 Jahren (1984 - 2010) als Fuß-, Ski- und MTB-Orientierer wurde ich noch nie wegen einer falschen Postennummer disqualifiziert. Und dies liegt ganz einfach daran, daß ich grundsätzlich jede Postennummer kontrolliere - auch dann, wenn ich mir "150prozentig" sicher bin, beim richtigen Posten zu sein.

Daher ist es mir völlig unverständlich, daß gewisse (österreichische) Spitzenathlet(inn)en immer wieder genau deshalb disqualifizert werden. Denn die Kontrolle des Codes ist mit keinem zusätzlichen Zeitaufwand verbunden, wenn man sich diesen schon vorher (bei der Planung der Route zum Posten) einprägt. Dieser Vorgang läuft bei mir völlig automatisiert ab, ohne daß ich bewußt daran denken muß. Ich weiß also z.B. spätestens beim Posten 4 welchen Code Posten 5 hat (im Regelfall aber bereits vor Posten 4, da ich ja, sofern es geht, vorauslese). Bei Posten 5 muß ich dann nur noch einen kontrollierenden Blick machen - der aber sicher keinerlei Zeit kostet.

Diese sinnlose Hektik vieler Elitefahrer und -läufer, die fälschlicherweise glauben, durch Verzicht auf die Zahlenkontrolle ein paar Sekunden Zeit gewinnen zu können, ist völlig irrational, um nicht zu sagen infantil.
Martin Fürnkranz
Godfather of Mountain Bike Orienteering in Austria
active in MTB-O since 1995, organizer of 1st MTB-O World Cup race in 1999
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Re: Disqualifikationen wegen falsch gestempelter Posten

Beitragvon wiesertom » Freitag 6. August 2010, 21:50

Hallo Martin!

Es geht inzwischen in der internationale Spitze um jede Sekunde. Man kann da nicht bei jedem Posten in aller Ruhe stehenbleiben die Postennummer studieren und ewig die Route planen. Es bringt Dir nichts wenn alles völlig auomatisiert abläuft wenn Du dabei im Vergleich zu den anderen bei jedem Posten ewig Zeit verlierst. Während Du noch die vermeintliche Idealroute studierst sind andere schon auf halben Weg zum nächsten Posten. Ich habe es Dir eh schon einmal gesagt, wo bei Dir viel Zeit noch zu holen wäre. Manche Dinge nimmst Du zu genau und verlierst dadurch viel Zeit.

Immerhin sind die von Dir beschriebenen Österr. Spitzenathleten in den letzten Jahren durch Ihren besonderen Ehrgeiz in der absoluten internationalen Spitze angekommen. Also was ist nun besser? Sich hin und wieder verzwicken und Weltspitze zu sein oder mit aller Gemütlichkeit den Wald und die Posten um sich zu analysieren und gerade 80 Ranglistenpunkte bei nationalen Wettkämpfen erzielen? Wenn Du wirklich besser werden möchtest denke darüber nach.

lg

Thomas
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Re: Disqualifikationen wegen falsch gestempelter Posten

Beitragvon Martin Fürnkranz » Samstag 7. August 2010, 17:15

Geschätzter Thomas,

Du lenkst vom Thema ab bzw. erweiterst dieses unangemessen. Was das Studieren der vermeintlichen Idealroute betrifft, so gebe ich Dir recht und habe aus meinen diesbezüglichen Fehlern auch schon gelernt und meinen "Algorithmus" entsprechend adaptiert. Aber darum ging es ja in meinem Beitrag gar nicht. Ich behaupte nach wie vor: Beim Einprägen und Kontrollieren der Postennummer verliert man keine einzige Sekunde (sofern es vollautomatisiert abläuft und man sich eine Zahl bis zu 15-20 min merken kann). Ich "studiere" (Deine Wortwahl) die Postennummern nicht, sondern werfe nur einen einzigen Blick darauf!

mit gut orientierten Güßen
Martin Fürnkranz
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Re: Disqualifikationen wegen falsch gestempelter Posten

Beitragvon noway » Montag 9. August 2010, 21:17

hallo martin

als "betroffener" ;) möchte ich mich dazu nur kurz äußern.

ja, es geht um jede sekunde, das haben die ergebnisse der letzten jahre deutlich genug gezeigt. oft genug lagen zwischen sieg und "niederlage" weniger als 5 sekunden. aber um dieses zu erreichen muss man einfach alles geben was der körper hergibt, das heißt aber eben auch volles tempo zu fahren, nicht 100%, sondern 120% zu geben. und wenn man so am limit unterwegs ist, dann bleibt dem hirn nicht mehr allzuviel suaerstoff für denkprozesse, da kann noch so viel automatisiert sein. jeder von uns überprüft in der regel die postennummern, das ist auch automatisiert wie du so schön formulierst. doch wenn man eben bei 120% angekommen ist, dann passieren fehler, da hilft die beste automatisation nicht. man fährt am limit, und wenn man das nicht tut, dann braucht man nicht ans gewinnen zu denken.....

entschuldige bitte die 120% aussage, denn da kommt sicher gleich kritik deinerseits wie es denn möglich sei mehr als 100% zu geben, aber das ist eben eine redewendung aus dem rennsport.

und wie tom richtig sagt, besser einmal verstemplen, als nie gewinnen. oder auch ein zitat frei nach tobias: besser 1x erster und 5 mal irgendwo, als 6x zweiter.

andreas
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