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bearbeitet Oktober 2012 in Diskussionsforum

Beim "TYR-OL2012" im Tiroler Wipptal gab es ein Angebot nach Anreise mit den ÖBB zu allen Etappen mit einem Buschuttle zu kommen.
Angenommen wurde das Angebot von - na ratet mal - von wie vielen Teilnehmern?

hgg

Kommentare

  • Lieber HGG,

    der Tyr-OL2012 fand ziemlich kurz nach den WOC2012 statt und war international besucht.

    Bei der WOC2012 in der Schweiz kurz zuvor wurde sowohl etlichen Mannschaften als auch dem Publikum das Vertrauen in
    Shuttle-Busse der Veranstalter leider nachhaltig dadurch gestört, dass das Transportwesen schlicht und ergreifend
    überhaupt nicht funktioniert hat...
    Denn
    a) gab es in der Schweiz zu wenig Detailinformationen sowohl für die Teilnehmer als auch für
    die Transporteure selber (die sich kaum auskannten - ich habe mich mit etlichen unterhalten)
    b) war das Transportwesen von der Masse der Personen komplett überfordert
    c) propagierten die Veranstalter trotz der im Voraus bekannten zu geringen Kapazitäten die
    öffentliche Anreise und ihr Shuttlebussystem, das ausgiebig genützt wurde.
    Im Endeffekt sahen sich die Veranstalter veranlasst, sich öffentlich (dh. via Presse) nach dem
    Mitteldistanz-Finale am Col-de-la-Givrine für das Transportchaos zu entschuldigen:
    Siehe
    Bulletin Nr. 7 vom 20. Juli 2012, Seite 13
    ("Almost half of those runners use public transport")

    Angesichts dessen vermute ich, dass es bei der Tyr-OL eher die zeitliche Nähe zu den Unzulänglichkeiten
    in der Schweiz war, dass sich die Läuferinnen und Läufer lieber auf sich selber verließen...
  • Lieber Andreas,

    es ist schon in Ordnung, dass du die Gelegenheit nutzt, deine Kritik an der WOC 2012 loszuwerden. Die Überdeckung der Teilnehmer der beiden Veranstaltungen ist aber derart klein, dass der von dir hergestellte Zusammenhang WOC-Tyr-OL als Erklärung völlig untauglich ist. Wenn schon müssten die Teilnehmer selber sich zu ihren Entscheidungsgrundlagen äussern...

  • Lieber Michael,

    es steht mir fern, ein österreichisches privates OL-Forum für eine Kritik an einer drei Monate zurückliegenden internationalen westschweizer Veranstaltung "zu nutzen" - das ist überhaupt nicht meine Absicht.
    Es geht hier einzig um mögliche Zusammenhänge und Hintergründe bei Entscheidungen von Läuferinnen und Läufern bei den TyrOL; Gerüchte über missglückte Veranstaltungsdetails machen in der (nicht so großen OL-Welt) nämlich schnell die Runde und sind nicht nur auf den Pool der direkt betroffenen Läuferinnen oder Läufer beschränkt!

    Ein Großteil der OL-Läuferinnen und -Läufer äußert sich zu Veranstaltungen öffentlich kaum bis gar nicht. Die Veranstalter nehmen dann zwar die Symptome wahr, tappen aber bzgl. der Ursachen im Dunkeln. Es besteht somit das Risiko, dass ohne Ursachenforschung ganz einfach überhaupt gar keine öffentlichen An- und Abfahrtsmöglichkeiten mehr angeboten werden, was ich persönlich als Rückschritt empfände. Auch empfinde ich den von mir angedachten Zusammenhang nicht ganz so weit hergeholt und halte es aus Gründen einer korrekten Vorgangsweise bei Risikoanalysen und/oder Ursachenforschung für verfehlt und verkehrt, potenzielle Zusammenhänge von Haus aus von allen weiteren Überlegungen auszuschließen.

    Ich glaube, bei HGGs Beitrag ein wenig Enttäuschung herauslesen zu können, dass die Veranstalter in Tirol ein zukunftsträchtiges und umweltschonenderes Service angeboten haben, das anscheinend nicht in einem solchen Ausmaß genutzt wurde, wie erhofft.
    Was kommt dann bei einer solchen Situation heraus? "Will niemand" -> "Gibt's gar nicht mehr."
    Meiner Meinung nach wäre das ein Schritt in die falsche Richtung.

    Was hingegen die schweizer Veranstaltung betrifft, so ist die Lehre daraus doch viel mehr, dass eine sehr große Zahl an Läuferinnen und Läufern grundsätzlich bereit ist, auf öffentliche An- und Abreisemöglichkeiten zurückzugreifen, wenn diese
    a) ausreichend angeboten werden
    b) ausreichend Information darüber verbreitet wird (-> Methoden des Informationsmanagements verwenden!)
    c) diese Möglichkeiten aktiv und frühzeitig beworben werden
    d) die Logistik funktioniert
    e) die öffentlichen Möglichkeiten kostengünstig sind
    f) ausreichend trockene Unterkunft am Veranstaltungsort angeboten wird
    g) Jahreszeit und Wetter passen.
    (Im og. Bulletin-Beitrag schreiben die Veranstalter, dass sie mit 25-30 % öffentlich anreisender Läuferinnen und Läufer rechneten, es dann aber tatsächlich um die 50% wurden!)

    Ich sehe bzgl. öffentlicher Anreisemöglichkeiten daher deutlich mehr Zukunfspotenzial.
  • Ich sehe bzgl. öffentlicher Anreisemöglichkeiten daher deutlich mehr Zukunfspotenzial.
    Das wäre schön, aber ....

    Hast du soviel Einfluss auf die österreichischen Politiker, dass sie in Zukunft den öffentlichen Verkehr auch in ländichen, abgelegenen Gebieten fördern?? In Österreich werden doch dauernd Öffis eingestellt, die Fahrpläne gekürzt usw. Ich habe es schon selbst erlebt, dass erst ein Bus-Anschluss (absichtlich?) deutlich verschlechtert wurde (Umsteigezeit statt 5 dann 25 Minuten), sodass schließlich die Buslinie mangels Frequenz ganz eingestellt wurde (bzw. werden konnte). So sieht die Verkehrspolitik in Österreich aus ... leider!
  • bearbeitet Oktober 2012
    Mit "öffentlich" meinte ich nicht nur das bestehende Bahn- oder Busnetz, sondern eher die Kombination aus diesem plus zB. einem veranstaltungsbezogenen Shuttle-Bus-Service oder dgl.
    Da viele OLs an abgelegenen Orten stattfinden, kann man schon grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass das staatliche Verkehrssystem alle diese Orte erfasst. Deshalb benötigt jede (größere) Veranstaltung ihre eigenen Verkehrskonzepte.


    Ich schreibe aber auch gerne meine persönlichen Entscheidungsüberlegungen bzgl. Anreiseart.
    1., Bietet das WKZ ausreichend wettergeschützte Unterkunft für alle Läufer? Inklusive wettergeschützter Umkleidemöglichkeit?
    (5. AC 2012 in Perchtoldsdorf fand ich beispielsweise vorbildlich, fast schon luxuriös! Hingegen finde ich Zelte auf einer großen Wiese weniger toll -> das sind für mich eher "Schönwetterveranstaltungen"; leider lassen viele schönen OL-Gebiete nichts anderes zu.)
    2., Kann man im WKZ duschen, also nach dem Lauf inklusive Schmutzwäsche ohne größere Beeinträchtigung der Mitmenschen in einem öffentlichen Verkehrmittel heimfahren? Wie umfangreich ist diese Infrastruktur (Wartezeit? Fahrpläne? 4 Duschen oder 20?)? Welche Kapazitäten haben diese Verkehrsmittel?
    3., Kann ich meine Unterlagen/Taschen etc. während des Laufs und während des Duschens beaufsichtigt und wettergeschützt verstauen?
    4., Was tun bei Verspätungen, verpassten Anschlüssen oder Ausfall des Verkehrsmittels? Welche Fußwege habe ich zurückzulegen (insbesondere auch nach dem Lauf)? Wie und wie lange warte ich auf den Verkehrsanschluss (in Wind und Regen stehend?)?
    5., Bei Mehrtagesveranstaltungen: Wie komme ich von meiner Unterkunft zum nächsten Fahrtanschluss bzw. zum WKZ und retour? Wieviel Gepäck habe ich alleine zu transportieren? Gibt es Transportwägen/Tragehilfen?
    6., Gibt es medizinische Versorgung oder nehme ich meine medizinischen Materialien selber mit (-> Zusatztasche/koffer)?
    7., Wie verläuft die Reisestrecke (zB. zahlreiche Serpentinen mit tempofahrendem Shuttlebus -> Reisekrankheit, mir ist schon beim Start speiübel und ich hätte mir den Lauf gleich sparen können)?
    8., Kostenvergleich?
    9., Pläne zur An- und Abreise?
    10., Angenommen ich bin nach einem anstrengenden Wettkampf (zB. Ultralang oder O-Marathon oder dgl.) komplett K.O. Kann ich mich irgendwo für 2-3 Stunden ungestört hinlegen und anschließend immer noch heimreisen?


    Für jemanden, der zB. beruflich selbstständig ist und der OL als Hobby betreibt, bedeuten schon zwei Tage geminderte Leistungsfähigkeit wegen starker Erkältung - oder wegen Erholung von einer Reisekrankheit - im Regelfall automatisch Einkommensverlust und kritischeren Termindruck. Das heisst, wenn ich nicht sicher sein kann, dass ich (von Sportverletzungen beim Lauf selber mal abgesehen - die obliegen ausschließlich der Eigenverantwortung, der Tempo- und Routenwahl) bei öffentlicher Reise gesund und leistungsfähig wieder zurückkomme, dann entscheide ich mich für das eigene Auto mit den bei mir sicher funktionierenden Abläufen bei Anreise, Vorbereitung, Verstauung, Nachbereitung (evtl. Schläferstündchen) und Abreise.

    Wenn ich zu wenig Infos über die Veranstaltung oder das Veranstaltungsumfeld habe, dass ich die obigen Fragen für mich selber sicher beantworten kann, dann ist das einer der Hauptgründe, warum mich für das eigene Auto entscheide.

    Jetzt die Probe auf's Exempel: Bei welchen Wettkämpfen bekam ich in diesem Jahr bereits in der Ausschreibung die Infos, um mir selber diese Fragen zum Zeitpunkt der Reiseplanung und Anmeldung sicher beantworten zu können?
    Die traurige Antwort: Bei keiner einzigen...
    Konsequenterweise bin ich in diesem Jahr zu allen OLs in Österreich mit dem eigenen Auto gefahren.

    Womit man wieder beim Punkt "Information" und "Informationsmanagement" angekommen wäre.
  • Hallo Andreas!

    Als Obmann des LKI lade ich dich hiermit offiziell ein, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen, als Volontär den Bereich "Transporte vor Ort" verantwortlich zu übernehmen.
    Oder noch besser, zu übernimmst diesen Part im Rahmen einer ÖFOL-Funktion im Breitensportbereich
  • Lieber HGG,

    ich stehe grundsätzlich gerne für Veranstaltungen, die ich nicht selber belaufe, auch organisatorisch zur Verfügung, sofern es sich mit meinem Terminkalender und den Konditionen vereinbaren lässt. Ich muss gestehen, mir auf Deinen Suchaufruf hin für diesen Sommer sogar eine Mitwirkung bei Deinen Tyr-OLs überlegt zu haben. Ich veranstalte selber gerne und bin in einem anderen Bereich auch seit gut 20 Jahren mit Veranstaltungen befasst.

    Wenn Du vorhast, im kommenden Sommer wieder mehrtägige Tyr-OLs als Großereignis zu veranstalten, dann kann ich mir durchaus vorstellen, etwas Zeit in Tirol zu verbringen und dort hin zu kommen. Ich gebe aber zu bedenken, dass eine von Wien aus ausgeführte Fernorganisation lokaler örtlicher tirolerischer Details möglicherweise nicht sehr sinnvoll ist - dafür ist es notwendig, auf lokale Kontakte zurückgreifen zu können und die lokale Infrastruktur zu kennen. Ich kann mir vorstellen, die entsprechende Zeit evtl. aufzubringen - dann müssen wir uns aber sehr genau über die Konditionen (Reisekosten Wien-Tirol, Unterkunft etc.) im Detail unterhalten. Als "Volontär" geht es steuerlich, rechtlich und versicherungstechnisch mit Sicherheit nicht, aber es gäbe evtl. andere Möglichkeiten. Das heisst: Wenn Du es als Veranstalter budgetmäßig hinbekommst, jemanden vom fernen Wien als Subunternehmer zu beauftragen, dann bin ich gerne dabei und ich lade Dich ein, mit mir darüber in Verhandlung zu treten. Bitte schicke mir doch per E-Mail ein Angebot und eine Anfrage, was Dir konkret vorschwebt.

    Für eine ÖFOL-Funktion ist es mit Sicherheit viel zu früh, weil ich den ÖFOL als Verband politisch-intern und insbesondere bzgl. Streitkultur viel zu wenig kenne. Ich kann mir aber mittelfristig vorstellen, nach ein paar Jahren Laufpraxis in anspruchsvolleren Kategorien über den Umweg eines geprüften TD dann auch die Letztverantwortung für Veranstaltungen zu übernehmen.
  • Es freut mich, dass auf meinen unverhofften Kommentar eine recht rege Diskussion ausgebrochen ist - es scheint ein wunder Punkt getroffen zu sein.
    Ohne auf die Diskussion über mir einzugehen, möchte ich eins loswerden: Natürlich fände ich es als Nicht-Führerscheinbesitzer schön, wenn alle, zumindest die meisten OLs in Österreich öffentlich erreichbar wären - allerdings entgingen uns bei einer zu radikalen Durchsetzung davon (und ohne die Einsetzung kostenspieliger eigener Öffis) wahrscheinlich viele gute Laufgebiete.
    Etwas anderes ist es aber - und dies soll als klare Forderung verstanden werden -, dass man in den Ausschreibungen auch standardmäßg auf die öffentliche Erreichbarkeit eingeht: sollte es auch keine Verbindung geben, so wäre es dennoch hilfreich dies zu vermerken.
    Der Veranstalter weiß in der Regel von den öffentlichen Netzen in seiner Region und es kostet im maximal 5 Minuten über diese herauszufinden. Wenn er dies dann in die Ausschreibung schreibt, erspart er Externen, die von weither kommen, die mühsame Recherchearbeit nach den jeweiligen Busplänen etc.
    Also bitte: klar - veranstaltet so oft bus- und bahnnahe wie möglich! Aber abseits von dieser Bitte, möchte ich dazu auffordern, in jeder Ausschreibung zu einem Orientierungslauf zumindest auf die öffentliche Erreichbarkeit einzugehen.

    Danke,
    K
  • Ich finde die Diskussion sehr gut. Wir betreiben einen "grünen" Sport und es wäre schön, wenn es möglich ist, das WKZ mit öffentlichen Vm oder mit dem Fahrrad zu erreichen (gestern beim NOLV-cup war beides möglich und ausgezeichnet von den Gittis ausgeschrieben).
    ZUsätzlich gibt es noch die Möglichkeit des Carsharing, sprich zu mehrt in einem Auto fahren, spart Geld und schont die Umwelt.
    Ich würde eine eigene Börse auf der ÖFOL homepage oder hier anregen.

    lg, Martin
  • Die Idee einer eigenen Mitfahrgelegenheitsbörse des ÖFOL halte ich für genial, en avance!!
  • Danke!
    Vorbild für mich ist www.mitfahrgelegenheit.at , wo ich auch registriert bin. Alle registrierten ForumsteilnehmerInnen könnten mit einem eigenen Bereich (Profil?), ihre Fahrten samt Plätzen anbieten. Habe leider von Programmierung keine Ahnung, weiss also nicht, wie aufwendig das wäre.

    lg, Martin
  • Ihr könnt ja dieses Forum als Mitfahrbörse benützen - ist ja vereinzelt schon geschehen. Dann braucht man nichts eigenes aufmachen. Einfach auf der Pinnwand posten "Biete (oder suche) Mitfahrgelegenheit von ... nach ..."
  • Ich möchte an diese Diskussion erinnern und den Veranstaltern aus Kufstein und Kitzbühl für die Maßstäbe setzende Umsetzung in der Gestaltung der Ausschreibung mit Vorschlägen und Fahrplänen aus allen Teilen Österreichs danken und gratulieren.
    lg
    Josef
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