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ÖFOL-Aufruf SkiO-Organisation: Diskussion

Der ÖFOL wünscht für Ski-O-Organisation "Diskussionsbeiträge":
hat dafür aber leider keine Diskussionsplattform.

Daher schlage ich vor, dieses Thema hier im privaten OL-Sport-Forum zu diskutieren.


1., Aus meiner Sicht ergibt sich die Problematik, dass der ÖFOL zwar Daten erheben möchte, wer
bereits etwas tut, aber nicht erhebt, wer abgesehen davon etwas tun könnte. Es fehlt der
Zeitbezug (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), die Zukunftsorientierung, die Potenzialerhebung.

Nicht erhoben im Aufruf werden typische Mitarbeiter wie Postensetzer, Posteneinsammler,
Materialbewacher, Auswertung (ist nicht gleich Zeitnehmung), Startbetreuung,
Kartenvorbereitung - also die Tätigkeiten all der Teammitarbeiter, ohne die keine
OL-Veranstaltung möglich ist.


2. Im Veranstaltungsbereich (egal, ob Ski oder MTBO) fehlt ein geregelter
Lernweg für Veranstalter. Derzeit kann man praktisch nur im Verein direkt "mitlernen",
wobei die meisten österreichischen Vereine sich auf Fuß-O konzentrieren.
Ansonsten kann man nur äußerst rudimentär im nicht gerade stark besuchten
Instruktorkurs, der alle heiligen Zeiten einmal stattfindet, ein bisschen lernen.


3. Ich kann im östereichischen OL derzeit leider nicht erkennen, auf welche Art und Weise
jene "ältere OL-Generation", die in Österreich den OL mit aufgebaut hat, ihr Wissen und
ihre Erfahrung strukturiert an jüngere weitergibt oder weitergeben kann.
Der ÖFOL hat gegenwärtig und schon länger weder einen Ausbildungsreferenten
noch einen Veranstaltungsreferenten (Wettkampfreferenten).
Vom letzten TD- und Veranstalterseminar gibt es bis heute kein Protokoll.
Das diesjährige TD- und Veranstalterseminar wurde abgesagt.

Wenn der ÖFOL es sich sukzessive mit immer mehr Leuten verscherzt, bleibt irgendwann
alles nur mehr am ÖFOL-Präsidium hängen. Ein für das gesamte Bundesgebiet zuständiger
Verband kann so aber nicht funktionieren, tut es auch nicht. 


4. MTBO und SkiO
Aus meiner Sicht funktioniert der MTBO in Österreich überhaupt nur deshalb, weil sich die
MTBO-Community praktisch selbstständig gemacht hat und sich selbst organisiert (natürlich
mit "offiziellem" Vertreter im ÖFOL-Vorstand - aber fast alles im MTBO geschieht nicht innerhalb von
irgendwelchen eh nicht vorhandenen ÖFOL-Strukturen).
Im SkiO sind ähnliche selbstorganisierte Aktivitäten vielleicht in West-Österreich erkennbar,
aber österreichweit gibt es keine selbstorganisierte SkiO-Community ähnlich wie im MTBO.

Ein schriftlicher Leitfaden für OL-Veranstaltungen ist bisher nur für Fuß-O detailliert vorhanden
("Tipps für Veranstalter" auf der ÖFOL-homepage, zzgl. "Checkliste"), auch dieser befindet sich
auf Stand 2016.
Darin kommen sogar kurze MTBO- und SkiO-Absätze vor, aber ganz wesentliche Punkte fehlen,
zum Beispiel alle Erfahrungen rund um die zuletzt organisierten internationalen Bewerbe
(WM, EM, Weltcup,...). Im wesentlichen ist auch dieses "Tipps-Dokument" nur eine unstrukturiere
Sammlung von Einzeltipps.

Ausgearbeitete Unterlagen als Richtlinien "So funktioniert eine OL-Veranstaltung für FußO, SkiO, MTBO",
zB. prozedural formuliert und ausgearbeitet, fehlen.
Die ÖFOL-WLO gibt zwar Vorschriften, gibt aber weder ein System noch definiert sie Prozesse, Prozessziele
oder Meilensteine.


Viele Grüße,
Andreas

Kommentare

  • Morgen Andreas

    Die Sache wäre ja ganz einfach - alles was ich nicht delegieren bzw. auslagern kann, mach ich als zuständiger Referent halt im Alleingang
    und mit Freunden selber.
    Beispiele dazu hat´s im SKIO ja schon gegeben - Nachahmung wünschenswert und empfohlen!

    HGG
  • Spannender Ansatz von Euch beiden:

    Der Eine kommentiert bevorzugt theoretisch mit soweit ich weiß sehr wenig Veranstaltungserfahrung, der Andere macht offenbar gern alles selbst, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

    Im Grunde gibt es in fast allen Vereinen genug Leute, von denen man lernen kann. Man muss sich eben die Zeit dazu nehmen. Am schnellsten lernt man Veranstalten, indem man es einfach macht.

    Bei den NF Wien versuchen wir, neue Leute an Aufgaben heranzuführen, indem in einem erfahrenen Team jeweils ein neuer Bahnleger oder Wettkampfleiter oder Kontrollor aufgenommen wird, dem die Erfahrenen dann über die Schulter schauen. Zuletzt waren auch wieder 18/19-Jährige Bahnleger und Wettkampfleiter bei Sommercups im Einsatz. Und das ist nichts Neues: Peter Bonek hat zB mit 18 die Karte Cobenzl gezeichnet.

    Der AC Cup in Miesenbach hat einen weiteren Weg aufgezeigt, wie es gehen könnte: hier waren gleich drei kleinere Vereine am Werk, das Ergebnis hat zumindest mir sehr gut gefallen.

    Generell wird die Fähigkeit neue Organisatoren arbeiten zu lassen über den Fortbestand unseres Sports entscheiden, und nicht Regelkunde, Fairnessabkommen und Privatfeden. In einzelnen Bundesländern gibt es heute schon nur noch 1-2 Leute, die mit dem Zeitnehmungsprogramm umgehen können.

    JF Kennedy meinte einmal sinngemäß: Fragt nicht was der Staat für Euch tun kann, fragt was Ihr für den Staat machen könnt.



  • Lieber Michael,

      ja es stimmt, HGG und ich vertreten manchmal gegenteilige  aber vor allem ergänzende Ansichten. Gerade deshalb sind wir auch miteinander immer wieder im gesprächlichen Austausch. In anderen Punkten decken sich unsere Ansichten weitestgehend, besonders in der Einschätzung bzgl. Verbandsstruktur und -kommunikation.


    Zu meiner Person: Ich komme sogar beruflich zum Teil aus dem professionellen Veranstalterwesen (nicht OL), finde aber im OL dazu kaum Gelegenheit, dafür um so mehr Widerstände. Warum auch immer. Die Erfahrung der letzten Jahre: Es gibt dazu weder ein geeignetes Umfeld, noch wird es gewünscht. Auch deshalb habe ich dann mehr auf den Betreuungsbereich und sportwissenschaftlichen Bereich fokussiert - den kann ich selber mehr und direkter gestalten.
    Geodäsie und Auswertung tangieren sogar berufliche Fachgebiete von mir (konkret: Geometrie, HighPerformanceComputing, Datenbanken, Präsentation und Statistik).

    Manche Angelegenheiten im OL-Veranstalterwesen (vor allem strukturell und finanziell sowie bei Risikoeinschätzungen) beobachte ich vor dem Hintergrund und der Erfahrung anderer (Groß-)Veranstaltungen eher staunend. Auch im Bereich Teamarbeit. Denn viele OLs bis hinauf zu ACs sind kurioserweise eher One-Man-Shows oder One-Family-Shows: Ein "Zugpferd", das sich aufreibt, und irgendwie versucht, einen Anhang mitzuschleppen. Ein historisches Beispiel für One-Man-Engagement war Karl Lex. Nach seinem Tod blieb nur eine große Lücke und das Staunen vieler Konsumenten darüber, was es alles nicht mehr gab. 
    Auch HGGs Kommentar dürfte in diese Richtung gehen.
    Das ist für mich keine brauchbare Veranstalterstruktur. Diese Art Führerstruktur dürfte aber in Österreich so weit verbreitet sein, dass dieses One-Man-Konzept zuletzt sogar für eine WM versucht wurde - mit entsprechender Bewertung. :-D
    Besteht der OL als Individualsportart so sehr aus Individualisten, dass Teamarbeit und Teamkonzeption dann eher schwierig ablaufen? ;-)

    OL-Veranstaltungserfahrung habe ich eigentlich nicht wenig - allerdings nur im Fuß-OL und MTBO, dort aber bis hinauf zu WREs. Keine im SkiO (als Alpinskifahrer und Langlauf-Neuling ist das im SkiO bisschen schwierig...). Die Erfahrung basiert auch auf zahlreichen Mitarbeitertätigkeiten bei kleinen und großen OL-Veranstaltungen. Hauptverantwortlich war ich bisher nur bis hinauf auf WOLV-Ebene bei Fuß-OL. Alleine veranstalten kann ich in Wien nicht, da mir dazu auch die OL-Karten und weitere Ausstattung fehlen. Wobei ich in den letzten Jahren mir sogar sukzessive privates OL-Veranstaltungsmaterial selber angeschafft habe.

    Aber beleuchten wir ein bisschen Veranstaltungsstrukturen und OL-Veranstaltungsvoraussetzungen. Zum Beispiel OL-Karten. Welche größere Wiener Wald-OL-Karte ist denn wirklich "aktuell" und betretbar? Die letzte wirkliche Überarbeitung war meines Wissens Kaltenleutgeben 2012, vielleicht kann man "Purkersdorfer Forst" noch nennen. Der Bereich Schottenhof/Wilhelminenberg wurde - gerade erst neu überarbeitet - gleich wieder im Umfeld vergeigt. Aus Respektlosigkeit.

    Im gegenwärtigen bürokratischen Wiener Umfeld ist es auch risikomäßig nicht vertretbar, nur auf Privatvermögen basierend einen größeren OL zu veranstalten. Sorry. Was wurde in der Stmk nicht auf einen gewissen Veranstalter hingebissen, weil er aus Risikogründen seine OL-Veranstaltungen über eine GmbH abwickelt... aber seine Veranstaltungen gibt es, sie existieren, sie funktionieren, und sie sind inzwischen eigentlich eine fast jährliche wichtige Säule im OL-Kalender.
    Mein letzter von mir "alleine" durchgeführter OL war übrigens im vergangenen Frühling in Schielleiten für den aktuellen Trainergrundkurs der BSpA Wien; keine große Sache, soetwas muss man eben auch nicht hinausposaunen.
    Zur aushilfsweisen Durchführung eines WrN-Wintertour-Laufs für die kommende Saison habe ich angefragt, auch weil es im letzten Jahr kolportierten Veranstaltermangel gab. Antwort war ebenfalls ablehnend, OK, das ist auch ein anderer Verein in einem anderen Bundesland, muss nicht sein. Aber dann bitte anschließend auch nicht beschweren, dass man keine Leute findet, die soetwas durchführen.

    Ich bin auch seit bald 5 Jahren als ÖFOL-TD qualifiziert und habe eine einschlägige IOF-MTBO-EventAdvisor-Ausbildung absolviert. Trotzdem gibt's keinerlei Anfragen für eine TD-Tätigkeit - eine Erfahrung, die nicht nur ich gemacht habe. Ich habe sogar von mir selber aus angeboten - zB. bei Schulmeisterschaften oder Ähnlichem - das wurde entweder explizit nicht gewünscht oder es gab überhaupt keine Antwort. Mein Kommentar dazu: Wenn es gewisse Personen gibt, die nur unter sich bleiben wollen, dann muss ich dort nicht auf Biegen und Brechen hinein. Dann sollen diese Personen sich aber bitte auch nicht darüber beschweren, dass sie fast nur unter sich sind.
    Und somit sind wir ungefähr bei dem Bild, das der ÖFOL auf Bundesebene für mich eben abgibt. Selbstverständlich ein Bild auf der Basis auch zahlreicher Einzelgespräche, auch mit anderen kooperierenden (oder kooperiert-habenden) Institutionen.

    Wer hat HGG gefragt, warum er als ÖFOL-SkiO-Referent aufgehört hat, aber Adrian für SkiO lieber auf IOF- statt auf ÖFOL-Ebene arbeitet? (Fällt diese Konstellation überhaupt jemandem auf? Die Konstellation, dass man sich gerne auf Vereinsebene, auf Landesebene und auch groß international engagiert, aber um den ÖFOL inzwischen lieber einen Bogen macht?)
    Wer hat Lolli gefragt, warum er als Veranstaltungsreferent aufgehört hat?
    Wer hat Bumsti gefragt, warum er als Ausbildungsreferent aufgehört hat?
    Was war mit Traude bzgl. Orientierung? (Für die Orientierung gab's sogar einen Beschluss der Mitgliederversammlung, der dann trotzdem mit Füßen getreten wurde.)
    Wer hat Roland Arbter gefragt, warum er als Elite-Referent aufgehört hat? (Zumindest diese Position wurde nachbesetzt.)
    Was wurde aus Klaustik, ebenfalls fast ein Allrounder?

    Sind das alles, Michael in Deiner Sprechweise, "Privatfehden"?



    Michael, falls Dein JFK-Kommentar an mich gerichtet gewesen sein sollte: Sorry, das weise ich zurück. Meine Bereitschaft war (Vergangenheit!) vorhanden, ich war auch im ÖFOL tätig, mit viel Zeitaufwand und finanziellem Aufwand (im Schnitt umgerechnet ca EUR 5000 pro Jahr). Auch meine Erfahrung deckt sich mit dem, was ich schon zuvor von mehreren Seiten zu hören bekommen habe: Es gibt dafür kaum Wertschätzung, sondern vor allem Grabenkämpfe, persönliche Angriffe und Unterstellungen der geschmacklosesten Art. Sorry, soetwas brauche ich nicht, und schon gar nicht zu diesem (für ordentliche Arbeit notwendigen!) Aufwand.
    Auch gewisse Veranstalter, die trotz dieses Umfelds immer noch veranstalten, kennen diese (Nicht-)Umgangsformen seitens des ÖFOL. Auch wird den Veranstaltern dann kaum Respekt oder Wertschätzung entgegengebracht. (Siehe zB. Graz-AC oder Wiener AkadMS.) In den letzten Jahren ist es auch gleich mehrfach vorgekommen, dass sich Veranstalter kurzfristig größeren Regeländerungen seitens des ÖFOL ausgesetzt sahen, die im Vorfeld weder diskutiert noch angemessen kommuniziert wurden.
    Vor diesem Hintergrund ist es eher ein Wunder, dass es überhaupt Bundes-OL-Veranstaltungen gibt. Kein Wunder ist es, dass die Bewerberzahlen und Interessentenzahlen massiv zurück gegangen sind. MTBO funktioniert deswegen, weil selbstorganisiert. Durch ein paar Hochengagierte. SkiO hat das gegenwärtig nicht. In der kommenden Saison werden meines Wissens kein einziger nationaler SkiO in Ost- oder Südösterreich stattfinden.

    Nenne es von mir aus "theoretisch", aber vor einer Therapie kommt eine Diagnose. Und die Diagnose ergibt Krankheiten im strukturellen Bereich, kommunikativen Bereich und Umfeld. Beim Gesamt-(Nicht-)Funktionieren.
    Man kann nur hoffen, dass sich trotz dieses Umfelds eben einige kleinere Vereine zusammentun und wieder gemeinsam veranstalten. Weststeiermark, südliches Salzburg, südliches Oberösterreich oder Vorarlberg liegen praktisch komplett brach. Oder es sollten halt Landesverbände veranstalten (wenn sie überhaupt ein Budget dafür haben - wieder eine strukturelle Sache). 
    Der jetzige SkiO-Veranstaltungsaufruf ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber zumindest ein Anfang. Entweder, man nimmt diese Großbaustelle wirklich strukturiert in Angriff, oder man gibt in Österreich den SkiO auf Bundesebene ÖFOL-seitig auf und macht ein neues altes Schrebergärtchen im Skiverband, mangels Verbandsmitgliedschaft dann ohne internationale Beteiligung.


    Die Einschätzung von HGG, dass der Referent praktisch alles allein tun soll, teile ich nicht. Das kann nicht Aufgabe des Referenten sein. So eine Konstellation mit einem "Freunderlwesen" im wörtlichen Sinn führt auch langfristig zu einem Personen- und Knowhowmangel, weil dann alles bei einer einzigen Person konzentriert ist und es kein breiteres Umfeld gibt, wenn diese Person wegfällt.


    Der Satz:
    "in einem erfahrenen Team jeweils ein neuer Bahnleger oder Wettkampfleiter oder Kontrollor"
    setzt voraus, dass es ein solches Team regional gibt. Der Satz steht nämlich ein bisschen im Widerspruch
    zum weiteren Satz
    "In einzelnen Bundesländern gibt es heute schon nur noch 1-2 Leute, die mit dem Zeitnehmungsprogramm umgehen können."
    Im SkiO kannst ein solches Team bundesweit suchen und wirst es lokal alleine kaum finden.


    Michael, wenn Du das Heranführen in Deinem Verein an das Veranstaltungswesen so unterstreichst - wann war der letzte Ski-O oder MTBO der NFWien und wann werden der nächste SkiO oder MTBO der NFWien sein? Die Vereinsgröße bzgl. Mitarbeiter dürfte ja keine Hürde sein... ;-)
    Haben die NFWien SkiO- und MTBO-Karten? Haben die NFWien OL-Stationen?

    vG,
    Andreas


  • Zu, da hab ich ja eine Reaktion ausgelöst;-)

  • Es soll ja eine Diskussion stattfinden..., mit Beiträgen zu mehreren Themen..., ausgehend von SkiO... :-)
    Der persönliche Teil ist zwar zugegeben etwas lang, aber es scheint doch notwendig gewesen zu sein, einiges richtig zu stellen.
    Inzwischen hat auch der ÖFOL neue Änderungen der WO erstmals auf der homepage angekündigt.

    Zu den anderen angesprochenen Themenkreisen wäre eine inhaltliche Antwort auch noch nett.
  • Da ich oben als Person angesprochen bzw. erwähnt wurde, kann ich da an mich (über mich?) gerichtete Frage gleich selber beantworten:

    6 bis 7 Jahre lang war ich Chefredakteurin der Orientierung, vorher auch schon einige Zeit mehr oder weniger intensiv (im Hintergrund) involviert. Die 4 Ausgaben jährlich im Umfang von (ursprünglich) je 32 Seiten ergaben de facto einen Halbtagsjob. Dass man dann irgendwann einmal auch wieder mehr wirklich freie Zeit haben will, ist doch verständlich, oder? Vor allem wenn der Ehepartner in Pension geht und man deshalb die nun häufigeren  Gelegenheiten zB für Spontanurlaube oder diverse gemeinsame Freizeitaktivitäten (die gibt es ja auch außerhalb des OL) auch nützen möchte. ;-)
    Und ich war dann auch sehr froh, dass sich in Elisabeth Kirchmeir eine Nachfolgerin gefunden hat. Leider waren dann die Rahmenbedingungen aus verschiedensten Gründen andere ... Mehr kann ich dazu nicht sagen bzw weiß ich auch nicht so genau, da ich dann nicht mehr im Vorstand war. 

    Viele ehemalige Vorstandsmitglieder hör(t)en - so wie ich - mit ihrer Tätigkeit hauptsächlich deshalb auf, weil es ihnen auf Dauer im beruflichen und privaten Umfeld zu viel wurde. 

    Es ist richtig, dass mir auch nicht immer alles gefallen hat, was im ÖFOL lief. Aber es sind eben viele Menschen am Werk, mündige, eigenständige Menschen, die naturgemäß nicht alle derselben Meinung sein können. Und das müssen alle Beteiligten einfach akzeptieren. (Leider können das manche Menschen nicht.) Wie langweilig wäre die Welt, wenn alle immer dasselbe wollten?

    ZB hat mich gestört, dass manchen Leuten im Vorstand alles egal zu sein schien, was sie nicht persönlich betraf. Allerdings hatte ich bei der letzten Sitzung 2018, wo ich anwesend war (wegen WO-Überarbeitung), den Eindruck, dass die Motivation der dort Anwesenden merklich höher war als zu manch früheren Zeiten.

    Also ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der sich ernsthaft engagieren möchte, "keine Chance" hat, ein Amt im ÖFOL zu übernehmen. Natürlich ist es dabei auch nötig, "soziale Intelligenz" im Umgang mit den Anderen zu zeigen, auch eventuelle Abstimmungsniederlagen demokratisch zu akzeptieren und persönliches (= unsachliches) Hickhack gar nicht erst aufkommen zu lassen. 

    Es wird in unserer "Geiz ist geil"-Gesellschaft heutzutage generell immer schwieriger, Leute zu finden, die mehr oder minder gratis arbeiten und sich dabei auch noch jede Menge Verpflichtungen aufhalsen. Solch seltene Idealisten sind beim ÖFOL sicher willkommen. Und wir sollten allen jenen danken, die sich die Arbeit antun, egal, ob das im Verein, im Land, im ÖFOL oder international ist. 




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