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Freie Waldbenutzung

bearbeitet 6. Jänner in Diskussionsforum
Weiß jemand von Euch, ob die freie Waldbenutzung in der Nähe von Futterkrippen eingeschränkt ist?

Ein Forstwirt hat einen Freund heute beim Querlaufen erklärt, dass er nichts im Umkreis von 200m Metern von Futterkrippen verloren hat.
Das würde jegliche Art von OL unmöglich machen...


Kommentare

  • https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010371

    Beachte insb. § 33f, ich hätte diese Einschränkung nicht herausgelesen.
  • im winter ist das natürlich eine heikle sache. lag schnee im wald? es empfiehlt sich jedenfalls, abstand von den futterkrippen zu halten. die zeiten der OL-posten bei futterkrippen sind ja auch schon lang vorbei.

    die 200 m klingen aber nach wunschvorstellung des besitzers/försters, rechtliche grundlage gibt es dafür m.w. nicht.
    selbst wenn die futterkrippe als forstbetriebliche einrichtung betrachtet wird (§33, Abs.2, lit. b), ist nur das unmittelbare gelände der krippe von der wegefreiheit im wald ausgenommen.

    ähnlich ist es ja mit den dämmerungszeiten, in denen das verlassen der wege aus rücksicht auf das wild generell unterbleiben soll - auch dafür gibt es m.w. keine rechtlich bindende vorgabe.

    aus sicht eines ehemaligen kleinwaldbesitzers könnte ich mir vorstellen, dass bei zu hoher belastung durch läuferInnen ( :) ) entweder ein befristetes sperrgebiet um die futterkrippen erwirkt werden müsste (und das geht, glaube ich, gar nicht), oder aber der wald zur holzbringung zu sperren wäre. das geht sicher und kann ggf. auch lange hinausgezogen werden.

    übrigens: um wen geht es denn? ich war's ja nicht! :)

    lg, gregor

    PS: schlafende hunde will man ruhen lassen ... aber: hat es der link zum forum nun doch geschafft an angestammter (guter) stelle zu bleiben?
  • Da empfiehlt es sich, die Landesjagdgesetze zu lesen. In NÖ ist im Umkreis von 200 m von Wildfütterungen ist während der Fütterungsperiode abseits von öffentlichen Wegen und Straßen etc während der Fütterungsperiode verboten. Die Sperre des Wildfütterungsbereiches ist vom Jagdausübungsberechtigten durch Hinweise an den in diese Flächen führenden Straßen, Wege und Steige sowie durch Hinweise an der Umfriedung kundzumachen. Die Fütterungsperiode ist allerdings nicht definiert. Ähnliches wird auch in anderen Landesjagdgesetzen stehen. 
    Es gibt Jäger, die alle 200m eine Fütterung aufstellen und damit das höherrangige Forstgesetz des Bundes unzulässigerweise aushebeln wollen.

  • Ein genereller 200m-Abstand bundesweit wäre mir neu. Eine spezielle Sperrung müsste meiner Meinung nach gekennzeichnet und kundgetan werden, die Sperre wäre dann auch behördlich zu prüfen.

    Jagd, Sport, Veranstaltungen etc. sind in Österreich aber Ländersache!

    Grundsätzlich halte ich es für geeigneter, mit Waldbesitzern und Jägern bei OL-Gebieten ein möglichst gutes Einvernehmen herzustellen und zu halten! Also lieber offene Direktkommunikation, statt "überfahren". Von Vorteil könnte es auch sein, verbandseitig mehr mit den Verbänden und Interessensvertretungen von Waldbesitzern, Förstern und Jägern zusammenzuarbeiten. Grundsätzlich könnte es auch für Waldbesitzer von Vorteil sein, wenn ihr Wald auch andere Nutzungsmöglichkeiten bietet, sie wollen natürlich Schäden vermeiden und Haftungen minimieren. Die beiden letzten Themen dominieren allerdings, hier wäre ausführlichere Kommunikation und Vermittlung hilfreich.

    Zum Thema Haftungen im Sport plant die neue Regierung angeblich größere Änderungen und Erleichterungen.

    Zum Thema "Sport im Wald" möchte ich (als Privatperson...) beim Verband im Zuge dessen auch anregen, mit dem neuen Sportminister in Kontakt zu treten: OL ist eine der militärischen Sportarten, vielleicht gäbe es Möglichkeiten, im Zuge des Themas "Qualifikation von Sportstätten" (und Veranstaltungsstätten) eine gesetzliche Möglichkeit für OL-Gebiete zu erwirken, oder zumindest Einschränkungen zu reduzieren. (Ist ein OL-Gebiet eine "Veranstaltungsstätte"? Typischerweise formal und gesetzlich nein, praktisch möglicherweise ja.)

    Beim Thema Waldbetretung zwecks Erholung herrscht meines Wissens Rechtsunsicherheit, nämlich bei der Frage, was einen Erholungszweck im Wald darstellt. Deshalb auch hier besser immer schon bei der OL-Kartenerstellung (und OL-Kartenüberarbeitung) mit allen Eigentümern, Pächtern, Förstern, Jägern ein gutes Einvernehmen herstellen. Manche Betroffene fühlen sich schon alleine dadurch übergangen und nehmen nur deswegen eine Kontra-Position ein, weil sie nicht gefragt wurden, obwohl sie grundsätzlich sogar eine Pro-Position einnehmen würden.

    @Gregor: Man kann einen Antrag an den neuen Vorstand stellen, den Status zu wahren. Erste (auch konstituierende B) ) Vorstandssitzung ist am 23. Jan. Vielleicht findet der neue Vorstand eine neue Linie. ;-) Das online-Formular für Anträge an den ÖFOL-Vorstand ist auf der ÖFOL-homepage verlinkt.

    @Ewald: Das Landesgesetz würde ich als lex specialis des Bundesgesetzes sehen, es wäre dann als konkretere Norm für den konkreteren Fall bevorrangt.
  • Inzwischen habe ich herausgefunden (Danke an Günter Kradischnig), dass es bereits Rechtsgutachten für unsere OL Bedürfnisse im Wald für das bundesweit geltende Forstgesetz und für das steirische Jagdgesetz gibt. Die anderen 8 Jadgesetz-Spezifika müsste man noch bundesländerweise erarbeiten.
    Meinem Verständnis nach sollte es eine Kernaufgabe des ÖFOLs als Verband sein, dies kompakt für alle Funktionäre (und LäuferInnen) zur Verfügung zu stellen, um diverse Diskussionen mit FortsbesitzerInnen, JägerInnen, etc. schnell und sachlich führen zu können.

    So wie ich die ganze Sache verstehe, ist der Wald zu erholungszwecken allen ÖsterreicherInnen frei zugänglich.
    Zu berücksichtigen sind natürlich manche (wenige) Ausnahmen, wie z.B. in Niederösterreich (und das nur im Winter), dass man sich nicht näher als 200m einer Futterkrippe nähern darf (LOL - wie weiß ich das vorher ohne OL Karte?), wenn dies deutlich (bei allen möglichen Eintrittsstellen in den betreffenden Wald) gekennzeichnet wurde. (Das habe ich in meiner über 30-jährigen OL Zeit noch nie gesehen...)

    Grundsätzlich bin ich überzeugt, das wir uns richtig verhalten und dies auch tun dürfen was wir tun, bei manchen Details wäre es aus meiner Sicht sinnvoll Expertisen einzuholen.
  • @ewald: danke für den hinweis auf's jagdgesetz.


    für kärnten (kärntner jagdgesetz 2000):
    § 63
    (13) Abseits von den zur allgemeinen Benützung bestimmten Straßen und Wegen, einschließlich der örtlich üblichen Wanderwege, sowie abseits von zur allgemeinen Benützung bestimmten Schipisten, Schitourenrouten und Loipen ist Unbefugten das Betreten eines Bereiches im Umkreis von 400 m um eine beschickte Rotwildfütterungsanlage untersagt. § 70 Abs. 3 gilt sinngemäß.

    für mich unklar: "umkreis" ... radius oder durchmesser? 400 m sind jdf enorm; wenn das der radius ist, reicht eine futterkrippe, um eine ganze karte stillzulegen.

    die fütterungsanlagen sind übrigens vom bezirksjägermeister zu genehmigen, nach anhörung des jagdbeirats. da vermute ich, dass die klassische, kleine futterkrippe nicht als solche anlage gilt. (abs. 10) außerdem gelten dann auch empfindliche einschränkungen für die jagd bzw. den abschuss von wild. (abs. 5)

    eine beschickung der anlage ist nur in den zeiten erlaubt, wo die natürliche äsung nicht ausreicht. das ist mit der vegetationsruhe nicht automatisch gegeben (abs. 1), außerhalb dieser keinesfalls (§ 3, abs. 3)

    §70
    (3) Das gesperrte Gebiet ist vom Jagdausübungsberechtigten mittels Hinweistafeln an jenen Stellen zu kennzeichnen, wo öffentliche Straßen und Wege, zur allgemeinen Benutzung bestimmte Straßen und Wege einschließlich der örtlich üblichen Wanderwege, zur allgemeinen Benutzung bestimmte Schipisten, Schitourenrouten und Loipen sowie Forststraßen in die gesperrte Fläche führen. Die Hinweistafeln sind nach Beendigung der Sperre unverzüglich zu beseitigen. Form und Gestaltung einschließlich des Wortlautes der Hinweistafeln werden durch Verordnung der Landesregierung festgelegt, wobei zum Ausdruck zu bringen ist, dass die Sperre nur abseits von den zur allgemeinen Benutzung bestimmten Straßen und Wegen einschließlich der örtlich üblichen Wanderwege, sowie abseits von zur allgemeinen Benutzung bestimmten Schipisten, Schitourenrouten und Loipen gilt.

    FAZIT (?): während der vegetationszeit ist die sache mit den fütterungsstellen irrelevant, weil diese nicht beschickt werden dürfen und das betretungsverbot dann nicht gilt. im winter muss geprüft werden, ob die anlage (und zwar zurecht) beschickt ist. und ob das verbot regulär ausgewiesen wird.

    @ markus: wo gibt's denn das gutachten für die stmk? und ich stimme Dir ja zu, dass wir grundsätzlich keine böswollenden sind. nur gilt das für die jäger halt auch. von den jägerinnen ganz zu schweigen!

    @ andreas: ja, dem grundsatz mit dem guten einvernehmen stimmen wir wohl alle zu. mit der erfahrungsbasierten einschränkung, dass in fällen unvereinbarer interessen es hilfreich ist, wenn man auch gesetzbezogen argumentieren kann.


  • @Gregor: Günter Kradischnig
  • bearbeitet 13. Jänner
    Hatte der ÖFOL jemals ein "Referat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Umwelt"? Um Kontakt mit landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen, waldwirtschaftlichen Interessensgruppen und Vertretungen und mit Jagdgenossenschaften aufzubauen und zu halten?

    Oder die Landesverbände? Oder Landes- und Bundesverband?

    Die deutsche OL-Sektion des Deutschen Turnerbunds hat einen eigenen Referenten für Umwelt.
  • Ich glaube mich zu erinnern, dass ein solches Referat in den 1980er-Jahren zumindest angedacht war ....
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