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Selektion WC Aktuell

Bei Betrachtung der für den WC in Lettland nominierten ÖFOL-AthletenInnen fällt auf, dass es über alle internationalen Entsendungen
betrachtet, immer die dieselben sind, die nominiert werden.

Ob es sportlichen Sinn macht, in einem 14 Tage Rhythmus Höchstleistung erbringen zu müssen, mögen die Betreuer beurteilen, es aber
auch erklären? Oder aber es ist als Rechtfertigung für den Aufwand den der Verband im Leistungssportbereich (Unter Inanspruchnahme
von öffentlichen Resurcen -HSLZ) betreibt?

Auf der Strecke bleiben dabei österreichische Veranstalter, die sich der Herausforderung Events mit internationaler Ausrichtung zu organisieren,
stellen, um unter anderem durch bestbesetze WRE-Events österreichischen Elite-Athleteninnen eine Bühne zu bieten TOP-Leistungen vor
Interessierten aus dem eigenen Land, vielleicht auch potentiellen Verbandssponsoren, zu bieten.

Aussagen eines altgedienten OL-Funktionärs (Hauptberuflich auch Verbandsausrüster des ÖFOL 2017-20..) besagen, dass in anderen (bedeutenden)
OL-Nationen die Nationalkadermitglieder bei TOP-Events im eigenen Land, auch wenn es nicht Ranglistenpunkte gibt, mit Startverpflichtungen
belegt sind!!

Einfach nur zum Nachdenken

hgg



Kommentare

  • Schwieriges Thema, aber durchaus auch berechtigtes Thema.

    Erstens sollten wir uns glücklich schätzen, die Möglichkeiten der HLSZs für unseren Sport nützen zu können. Die Frage international repräsentieren oder national repräsentieren ist nicht allgemein beantwortbar und kann meiner Meinung nach nur von Einzelfall zu Einzelfall entschieden werden.

    Zweitens: Zum Thema 14-Tage-Abstand kann ich mangels konkreter praktischer Erfahrung und mangels konkreter Athletenrückmeldungen (meiner Meinung nach die einzigen beiden Punkte, die wirklich zählen) nichts beitragen. Einen Informationsaustausch dazu würde ich begrüßen. International sehe ich bei Russen, Schweizern und Skandinaviern immer wieder auch 14-Tage-Abstände. OL unterscheidet sich aber sowohl physisch als auch mental stark vom typischen leichtathletischen Lauf- oder Radfahrbewerb. Wissenschaftlich existiert zur Thematik 14-Tage-OL-Wettkampfabstand meines Wissens wenig bis gar nichts Öffentliches, deshalb wird man vor allem der praktischen Erfahrung der Trainer vertrauen müssen.

    Drittens: Was soll ein nationales "TOP-Event" sein? Wo beginnt das, wo endet es? In Südostösterreich ging gerade ein "internationales" ungarisch-österreichisches Event zu Ende. Darf man das als TOP-Event bezeichnen? In Westösterreich dürfte davon wenig Notiz genommen worden sein. :-) 

    Viertens: Im OL wird aus rein physischer Sicht tendenziell zu viel wettgekämpft und zu wenig trainiert. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Erfahrung verschiedener Gebiete und auch die mentale Wettkampfsituation im OL halt wichtig sind. Ob eine zusätzliche Wettkampf-Antrittsverpflichtung vor diesem Hintergrund wirklich sinnvoll ist, sei dahingestellt. Ist dann nämlich auch eine Verletzungsfrage. Man kann Nationalteams auch so anlegen, dass man damit rechnet, dass wegen der höhergeschraubten Strapazen grundsätzlich ca. 25%-50% verletzungsmäßig ausfallen - im OL haben wir leider oder gottseidank nicht so viele Top-Athleten und auch gar nicht die Finanzen, dass soetwas in Frage käme, und die Sinnhaftigkeit ließe sich auch diskutieren. (Beispiel Ski-Alpin, Beispiel Fußball,...)

    Fünftens: In Österreich besteht ein sehr hoher Anteil an rein privater Finanzierung. OL ist immer noch mehr eine Randsportart. Andere Länder haben hier zum Teil andere Verhältnisse und auch einen wesentlich größeren Athletenpool, aus dem sie schöpfen können. Beispielsweise wird es im MTBO-Frauennationalkader leider nicht sehr viele Variationsmöglichkeiten geben, weil wir in Österreich keine 20 weiblichen MTBO-Spitzenathletinnen haben, die auf internationalem Niveau wettkämpfen können. Da kommen dann fast immer dieselben zum Zug. Bitte auch zu berücksichtigen, dass auch diese selber diese Termine irgendwie unter einen Hut bringen müssen.

    Sechstens: Frage des Wohnorts. Jahrelang hieß es, dass man mangels Möglichkeiten (abgesehen Bundesheer-Leistungssport) für internationales OL-Niveau in Skandinavien (gerade noch leicht ersatzweise vielleicht Schweiz) leben und trainieren müsste. In Gemeinschaft mit Punkt fünf, der privaten Finanzierung, hieße das dann, dass in Skandinavien trainierende Spitzenathleten ständig pendeln müssten. Hier spielt auch das Thema "Trainingswesen und Trainerwesen in Österreich" eine Rolle. Man kann bitte nicht einerseits verlangen, dass die Athletinnen in Skandinavien oder in der Schweiz trainieren sollen, andererseits ihnen aber gerade das dann zum Vorwurf machen. International sollten in erster Linie die Leistungen zählen.
    In manchen Sportarten (zum Beispiel Segeln) sieht man die international Wettkämpfenden fast nie in Österreich.
    Umgekehrt sieht man aber in Österreich im OL regelmäßig einen neuseeländischen Spitzenläufer aus dessen Nationalteam, vielleicht merken das die Veranstalter nur nicht so... ;-)

    Siebentens: Konkret sehe ich von den österreichischen Topläuferinnen Ursi Kadan immer wieder in Wien und Niederösterreich bei sogar ganz ganz kleinen lokalen Läufen, auch Anna Nilsson-Simkovics. Das hängt natürlich auch vom Wohnsitz ab. Im Fuß-OL tue ich mir etwas schwer, Tiroler Nationalkaderläufer zu sehen, vielleicht wird's ja noch... ;-)  Im Ski-OL sind die Tiroler natürlich wieder stärker vertreten.

    Achtens: Bei den veröffentlichten Selektionen würde ich mir wünschen, dass immer die Namen der Entscheidungsträger mit angeführt sind. Schon alleine aus Transparenzgründen.

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