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Nebenbei bemerkt (zur EM)

Tut mir Leid, aber das muss auch einmal gesagt werden:
Die Berichterstattung auf der ÖFOL-Homepage über die EM ist ein Trauerspiel: Außer der Sprintstaffel bis heute (letzter Tag = Staffeltag) kein einziges Finalergebnis, über die Mittel gar nichts ...
Hoffentlich gibt's wenigstens nach der EM einen anständigen = ausführlichen Bericht, denn Orientierung (wo Platz dafür wäre) wird's ja heuer auch keine "richtige" (wie früher) geben.

Irgendwie tut mir das weh, ich hoffe Präsidium bzw. Vorstand machen sich ernsthaft Gedanken darüber, wie man die Homepage INHALTLICH verbessert. Es darf nicht dem Zufall überlassen werden, was überhaupt berichtet wird oder nicht. (So war es nämlich lange Zeit und das ist auch jetzt noch mein Eindruck.) Ich nehme an, dass jetzt vielleicht manche auf mich böse sind, aber dieses Thema muss einfach einmal diskutiert werden und eine bessere Lösung gefunden.

PS: Ich schreibe das jetzt ganz bewusst nicht in den Gratulations-Thread - die Burschen sollen ihren Erfolg samt Gratulationen genießen können und nicht durch Diskussionen behelligt werden.

Kommentare

  • bearbeitet Mai 2016
    Liebe Traude,

    ich gebe Dir recht. Ich bin auch nicht zufrieden mit der Berichterstattung über die EM auf der Homepage. Leider ist diesbezüglich einiges nicht so gelaufen wie geplant. Auf jeden Fall ein Anlass zur kritischen Betrachtung und die Möglichkeit zu lernen für die Zukunft.

    Liebe Grüße

    Erik 
  • Mir ist es schlicht unbegreiflich, dass über Spitzensportereignisse nicht mehr berichtet wird/werden kann. Es fehlt nach wie vor ein Medienbetreuer im ÖFOl und ein Schulsportverantwortlicher. Wenn wir als OLer aufhören, ehrenamtlich für den Sport zu arbeiten, denn dürfen wir uns mittelfristig auch nciht über Qualitätsverlust wundern. Ich zitiere wieder mal frei nach John F. Kennedy: Frage nicht, was Dein Verband für Dich machen kann, sondern was Du für Deinen Verband machen kannst.
  • Das gefällt mir: "Frage nicht, was Dein Verband für Dich machen kann, sondern was Du für Deinen Verband machen kannst"

    Die Ehrenamtlichen werden immer weniger und können die anfallenden Aufgaben in dieser Form nicht mehr alleine stemmen. Alternative wäre Geld für bestimmte Aufgaben zu bezahlen. Aber geht man diesen Schritt kommt man nachher nicht mehr zurück und die Spirale dreht sich weiter...

    Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation sind extrem wichtig. Man sieht das auch bei vielen anderen Verbänden. Ich hoffe wir finden hier wirklich bald Unterstützung.

    Thomas
  • @ el grillo:
    ... dann sei mir die Frage erlaubt warum du das referat schulsport als ehrenamtlicher mitarbeiter verlassen hast. Ich weis das das jetzt provokant ist - du mögst mir verzeihen - aber die frage hast du selber aufgelegt. (Elfmeter aufs leere Tor)
  • Kein Problem, wissen ohnehin die meisten:
    * hab jetzt 5 Jahre im ÖFOL-Vorstand, 3 Jahre für den WOLV als Jugendtrainer usw plus zig Wettkampforganisationen gemacht, das reicht mir vorerst.
    * einige Leute im Umfeld des Schulsports machen konstruktives Arbeiten unmöglich, aber die könnten in nächster Zeit "weggelobt" werden.
    * ich hab einen dreijährigen Sohn, der eindeutig besseren Return of Emotion bietet als ein ÖFOL-Mandat.

    War ein Elfer mit zwei Tormännern drin.
  • "3 Jahre für den WOLV als Jugendtrainer"

    Das finde ich interessant, ich wusste nicht, dass bis erst vor kurzem der WOLV überhaupt einen fixen Jugendtrainer hatte. :-)


  • bearbeitet Juni 2016
    Zum Thema ehrenamtliche Tätigkeiten.

    Ein schwieriges altes Streitthema, das nicht nur den ÖFOL betrifft sondern praktisch alle gemeinnützigen Vereine.

    Die Gesellschaft wird zunehmend ökonomisiert, der Sport ist keine Ausnahme. OL wird in Österreich bekannter, manche Behörden führen Orientierungsläufe als "kommerzielle Veranstaltungen". Sind wir das?
    OL ist in Österreich mal als absoluter Nischensport entstanden, wo sich ein paar "Wilde" irgendwo trafen, irgendwo hinfuhren und dann quer durch den Wald jagten. Einige OL-Strukturen stammen noch aus dieser Zeit. Inzwischen entwickelt sich der OL aus der Nische heraus (hoffentlich ziehen Ski-O und MTBO da mit!), es gibt sogar ein paar Profi-Sportler.
    Das österreichische Bundesheer macht es strategisch geschickt, bei seiner Ausbildung militärischer Fähigkeiten wie Fortbewegung und Orientierung im Gelände auch auf die Möglichkeiten eines Fachverbandes zurückzugreifen und von der Symbiose zu profitieren.
    Eine Profi-Mannschaft gibt es im österreichischen OL noch nicht, ich bin mir aber nicht sicher, ob das so bleibt...

    Der österreichische OL lebt immer noch von der Unterstützung ganzer Familien, wie zB (um nur einige zu nennen) Adenstedt, Allwinger, Arbter, Bauer, Berger, Bonek, Eisl, Erhardt, Fesselhofer, Gassner, Gratzer, Hierzegger, Hlosta, Hnilica, Huemer, Kastner, Pacher, Pötsch, Radon, Ramstein, Simkovics,... Man braucht sich nur die Meldungen für einen AC nach Vereinen gruppiert im ANNE anzeigen lassen, um das zu erkennen.
    Dabei ist es eh fast unmöglich, alle aufzuzählen.

    Bei der letzten Ausschreibung der Nationaltrainerstelle hatte ich ein paar Diskussionen mit Personen anderer Länder, die einen Blick von außen geliefert haben, und das Interessanteste dabei war eigentlich sehr oft ein Punkt: "Was habt Ihr da in Österreich mit Euren OL-Familien?" Das ist zwar in vielen Ländern durchaus ähnlich, aber nicht in allen. In Österreich gibt es schon auch eine sehr starke Familientradition im OL und eine Bindung des OLs an Familien. Diese Struktur findet sich auch zum Teil bei den ÖFOL-Funktionären, auch diese Namenslisten kann man mit den Meldungslisten abgleichen. Diese starke Familienstruktur ist im österreichischen OL einfach vorhanden.

    Wir haben uns dadurch bisher vor allem eines erspart: Irgendwelche Politiker als Präsidenten, die wenig bis gar kein Interesse am OL haben, sondern vor allem ein zusätzliches "Präsident" in die Biographie schreiben wollen, oder nur als politische Lobbyisten in beide Richtungen dienen, und wo man "aus guter österreichischer Tradition" :-) gleich mindestens zwei weitere Politiker von anderen Parteien im Verband als Kontrollore mitschleppen müsste, die mit politischen Druckmitteln darauf achten, dass nicht zu viele Gelder versickern bzw. "unproportional verteilt werden". :-)
    Zum Teil kommt uns dabei auch zu gute, dass beim ÖFOL direkt finanziell nicht so viel zu holen ist.

    Wenn also in den OL-Familien ein starkes Engagement vorhanden ist, dann kommt das eben nicht nur der einzelnen Person zugute, sondern auch der Familie (und in weiterer Folge dem Verein oder dem OL-Sport insgesamt). Mit der Beiteiligung der ganzen Familie kann es auch einen ganz anderen "Return of Emotion" (sic!) geben.

    Neben dieser Familienstruktur wächst aber auch die Zahl von "Individualisten", von Personen, die eher einzeln OL betreiben. Ohne ihre ganze Familie. Oder auch ganz ohne Familie. Ich glaube: Dieser Anteil wird steigen. Weil sich auch die österreichische Gesellschaft ändert, individueller wird und OL auch Individualisten anspricht.

    Und ich glaube: Auf Dauer wird es nicht möglich sein, auf der höchsten österreichischen Ebene des OL, also im ÖFOL, die Führungs- und Verwaltungstätigkeiten bei Ehrenämtern zu belassen. Entweder findet man dann niemanden mehr, oder man findet Strohmänner.
    Denn durch die weitere Verbreitung des OL steigt der Aufwand, steigen die Anforderungen, steigt auch die Qualität. Auch Strukturen im Verband werden langsam professioneller.
    Ich denke, dass es einen Wandel geben wird, sowohl in der Struktur des österreichischen OL, als auch im ÖFOL. Für eine reine Familienstruktur, oder Struktur einer Meta-Familie, wird der OL zu groß werden, und die Arbeit zu professionell.
    Irgendwo wird es schwierig werden, wenn professionell trainierende Sportler einer nicht-professionellen Struktur, Führung oder Verwaltung gegenüberstehen. Wie hoch soll oder kann die intrinsische Motivation sein?

    Der OL breitet sich auch verstärkt rund um die Welt aus: Wenn die einen Meisterschaften in Südafrika, der Weltcup in Australien, die anderen Meisterschaften in Japan, das IOF-Meeting in Chile stattfinden werden, dann wird Österreich irgendwie trotzdem mit Rang und Namen vertreten sein müssen. Denn wir sind auf der internationalen OL-Karte inzwischen fix drauf! Mit einer rein ehrenamtlichen Tätigkeit wird das zunehmend schwieriger werden, die Präsidenten müssten sich irgendwann klonen. Oder wir bleiben qualitativ in der Entwicklung hinter anderen Ländern zurück.

    Wir haben in Österreich mit professioneller OL-Sportverwaltung bisher kaum Erfahrung. Wir haben im OL keine Sportmanager-Ausbildung, keine Sportmanager-Tradition, keine Sportmanager-Struktur. Wir haben keine professionellen Sponsorverhandler, Vertragsverhandler, Fördergeldauftreiber usw usf. Diese Aufgaben fallen nur zum Teil in die hauptberufliche Tätigkeit des Generalsekretariats. Ich bitte um Korrektur, wenn ich irre, aber außerhalb der Bundesheerstrukturen fällt mir in ganz Österreich eine einzige Person ein, die als Nicht-Athlet und Nicht-ÖFOL-Funktionär von OL international leben kann. Anders ausgedrückt: Unter allen österreichischen OLern gibt es einen einzigen Profi-OL-"Manager".


    Wenn, lieber Peter Treml, der Verband also keine ehrenamtlichen Mitarbeiter mehr findet, die Aufgaben des Verbands zum Teil unerledigt bleiben, und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg, dann hilft kein Lamentieren darüber, wie schlecht wir doch alle mit unseren Motivationen sind, sondern dann muss man eben die Strukturen durchleuchten und eventuell ändern. Damit die Aufgaben erfüllt werden. Die ÖFOL-Verbandsstruktur ist kein Selbstzweck, sondern es gibt Aufgaben und Ziele.
    Nicht so gut finde ich es, wenn man Leute "zur Freiwilligkeit überreden" muss. Dann kann die intrinsische Motivation für ein Ehrenamt nämlich nicht sehr hoch sein, die Aufgaben stehen mit anderen Anforderungen in starker Konkurrenz und die Tätigkeit wird nur von kurzer Dauer sein. Hohe Personalfluktuation ist auch nicht gut für eine Zusammenarbeit, die Teams, die Art der Kooperation, die Kommunikation muss dann ständig erneuert werden.

    Bzgl. der Strukturen hat der ÖFOL sich bei der letzten Generalversammlung gerade erst neue Statuten geben lassen. Dieser Wunsch kam aus dem Verband. Eines der Hauptargumente war, den Verband funktionärsseitig leichter führbar zu machen.
    Entweder ist die Zeit seit der Statutenänderung noch zu kurz, und die Änderungen wirken noch nicht. Oder aber sie hat wenig gebracht, und mit der neuen Struktur können die Ziele nicht gut erreicht werden.

    Was also machen wir jetzt? Gibt es von den Führungsfunktionären des Verbandes konkrete Vorschläge? Meinungen?
  • Hallo!
    danke für Deinen ausführlichen Input. Manches passt vielleicht, andere Dinge treffen wohl nicht so zu. Strukturen lassen sich nicht so einfach von heute auf morgen verändern. Es läuft sicher nicht alles optimal, aber unter den gegebenen Rahmenbedingungen sicher auch nicht alles schlecht. In einigen Bereichen hat es zuletzt Fortschritte gegeben, dafür sind woanders wieder sehr schwierige Baustellen aufgegangen. 
    Wir brauchen in erster Linie Leute die nicht lange herumdiskutieren und herumlamentieren, sondern solche die die Dinge einfach in die Hand nehmen. Man kann lange herumschreiben und diskutieren warum die Homepage vielleicht nicht immer aktuell ist aber in der selben Zeit wären vielleicht schon die notwendigen Zeilen für einen kurzen Bericht geschrieben. Wir können ewig über Nebensächlichkeiten in den Statuten und Regeln diskutieren, verlieren aber dabei auch den Fokus für die wirklich wichtigen Bereiche im Verband. Wir können auch unsere ganze Energie manchmal in persönlichen Anfeindungen und Grabenkämpfen verbrauchen und vergessen dabei, dass wir langsam durch solche Dinge den Spaß an der Sache verlieren und demotivierte Funktionäre zurücklassen. Vielleicht ist es gut, wenn wir uns auch einmal bewusster mit dem Problem auseinandersetzen aber wirklich helfen werden uns nur Taten und konkrete Aktivitäten. 
  • Thomas, ich gebe Dir hier Recht.

    Eines stimmt nicht ganz: Der Input. Von mir kam hier nur wenig Input. Eher Analyse, vielleicht ein bisschen Vision. Deshalb bleibt die Frage zum Schluss auch offen. Ich habe nämlich bisher leider keine konkrete in sich konsistente Lösung.

    "Wir brauchen in erster Linie Leute die nicht lange herumdiskutieren und herumlamentieren, sondern solche die die Dinge einfach in die Hand nehmen."

    Das sehe ich ähnlich, und hier kommen Persönlichkeitsstrukturen ins Spiel. Für die reine Umsetzung von bereits vorhandenen Ideen braucht es "Macher", Personen, die sehr eng und ziemlich strikt nach dem Schema "task - done - task - done" arbeiten. Ich gehöre von meiner Arbeitsweise her eher nicht dazu und versuche mich auch deshalb von solchen Aufgabenstellungen tendenziell fern zu halten.

    Wenn man diese Personen unter den vorhandenen Umständen nicht bekommt - was dann?

    "Vielleicht ist es gut, wenn wir uns auch einmal bewusster mit dem Problem auseinandersetzen aber wirklich helfen werden uns nur Taten und konkrete Aktivitäten. "

    Den ersten Halbsatz unterschreibe ich. Was den Trainerbereich betrifft, hat sich der ÖFOL gerade bewusster mit der Problematik eines fehlenden Trainerwesens auseinandergesetzt und in meinen Augen gute Maßnahmen ergriffen (zB Cotrainer, Aufbau eines Trainerwesens, Aufbau einer Regionalkaderstruktur,...). Der Verwaltungsbereich unterlag noch keiner Grundsatzdiskussion, vielleicht kommt das noch.

    Die Aussage im zweiten Halbsatz teile ich deshalb nicht, weil die Taten und Aktivitäten zumindest grob koordiniert irgendwo hingehen sollten. Dafür werden auch Ideen, Kreativität, Pläne, übergeordnete Ziele und Visionen benötigt - und andere Persönlichkeitsstrukturen.

    "Wir können auch unsere ganze Energie manchmal in persönlichen Anfeindungen und Grabenkämpfen verbrauchen und vergessen dabei, dass wir langsam durch solche Dinge den Spaß an der Sache verlieren und demotivierte Funktionäre zurücklassen."

    Das wird's leider immer geben, sobald viele Menschen zusammenkommen. Ich denke, dass das Beste ist, das als gegeben zu akzeptieren, damit zu leben und unter diesen gegebenen Umständen das Beste herauszuholen.

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