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Plädoyer für neue (alte) Formen des Ski-OL

bearbeitet Jänner 2016 in Diskussionsforum
In meinem OL-Archiv habe ich eine "Sondernummer Ski-OL" der Schweizer "Fachschrift für Orientierungslauf" aus dem Jahre 1963(!) gefunden. Darin wird u. a. ein "Abfahrts-OL" ausführlich beschrieben. Als Grundlage dient ein Skigebiet mit einem (möglichst dichten) Netz an präparierten Pisten und Skistraßen. Von Variantenfahrern vorgespurte Skirouten und "Waldbahnen" verdichten das Netz. Der Lauf erfolgt ausschließlich bergab. Daraus ergibt sich, daß man mit Alpinski wohl am schnellsten ist. In den 1960er-Jahren wurden in der Schweiz mehrere ernsthafte Wettkämpfe in dieser Disziplin des Ski-OL ausgetragen. Man könnte doch auch bei uns diese Idee aufgreifen und reaktivieren! Mit relativ wenig Aufwand - es ist keine Spurarbeit notwendig und auch eine ergänzte ÖK 25 reicht völlig - könnte man so z. B. am Freitag nachmittag vor einem "richtigen" Ski-OL-Wochenende einen interessanten Prolog anbieten, den ich zeitgemäß als "Alpine Downhill Ski Orienteering" bezeichnen würde.

Eine zweite Idee betrifft die Reaktiverung des Ski-OL im klassischen Diagonalstil. Sofort kommt die Frage: Wie soll man das kontrollieren, daß niemand skatet? Ganz einfach: Man legt ausschließlich nur Skispuren! Wer will, darf natürlich trotzdem skaten, ist dadurch aber (fast) immer benachteiligt. Für diese Disziplin ist also ebenso kein Spurgerät (Ski-Doo) erforderlich, und daher auch keine Bewilligung durch den Grundeigentümer. Eine gut ergänzte ÖK 25 reicht auch hier völlig aus, da das Spurennetz nicht so engmaschig wie bei einem modernen Ski-OL sein muß. Dafür sollte aber das Wettkampfgebiet größer sein. (Die Älteren unter Euch werden sich noch daran erinnern, daß die ersten Ski-OLs in Österreich auf Karten des Vermessungsamtes ausgetragen wurden.) So einen Diagonal-Ski-OL würde ich selbst gerne mal "vor meiner Haustür" organisieren, z. B. nur als Kärntner Meisterschaft.

Kommentare

  • Hallo Martin,
    in Zeiten des Schneemangels ist es angebracht sich zu überlegen, wie man sich den geänderten Bedingungen anpassen kann. In unserem Fall des Ski-Orientierungslaufs sind die aktuellen Erfahrungen und Prognosen tatsächlich so, dass man um den Fortbestand unserer "Randsportart" besorgt sein muss. Und das nicht nur bei uns, sondern sogar in Skandinavien, wo die beiden letzten Jahre ebenfalls über mangelnden Schnee und Trainingsmöglichkeiten geklagt wurde.
    Zu deinen Überlegungen, die ich als initiativen Beitrag zur Problematik begrüße, will ich nicht im Detail antworten, weil man mit einzelnen Bedenken und Einwänden leicht das Kind mit dem Bade ausschüttet. Allgemein würde ich einen "alpin downhill ski OL" oder z.B. Einen auf einem zugefrorenen See etc. immer eher als funOL sehen: Interessant als Einzelevent, aber ohne Relevanz als Sportart. Es ist immer möglich, dass daraus etwas Neues entsteht, dass nicht mehr SkiO ist und heißt. Jeder Event in diese Richtung wird sicherlich auch besucht und hinterläßt Spuren und eröffnet neue Möglichkeiten. Aber so wie Höhlen OL keine Sportart wird, sehe ich auch als passionierter Tourenskiläufer auf diesem Gebiet - angesichts der Querelen um Tierschutz, Jungwald, Pistenbenützung - wenig Potential.
    Zum Thema Diagonal: wie der Wettkampf in Ungarn letztes Jahr gezeigt hat, bei dem ich - mit Ausnahme der Staffel - nur Diagonal gelaufen bin, ist dies keine Frage der Wettkampfart, sondern des Geländes und der Spurenanlage. SkiO lebt aber als Wettkampf eher von der Schnelligkeit der Entscheidungen und einem engen Spurennetz, wenngleich es in Tschechien auch Wettbewerbe querfeldein auf Postennetz gibt, die ich allerdings noch nicht ganz durchschaut habe.
    Zu beiden Vorschlägen also: einfach machen. Die Idee auf den Boden  bringen und schauen was sich daraus entwickelt.
    Josef
  • bearbeitet Jänner 2016
    Geschätzter Josef,

    Die Spitzenläufer sind in Ungarn auf den schmalen Ski-Doo-Spuren alle geskatet bzw. haben "geschoben". Nur auf einer reinen Skispur ist man i. d. R. diagonal schneller!

    Das mit dem Schneemangel sehe ich nicht so negativ. Noch vor zwei (oder drei?) Jahren hatten wir in Kärnten so viel Schnee, daß einige Eisenbahnlinien eingestellt wurden. Letzten Winter war in Klagenfurt auch genug Schnee, sodaß man rundherum langlaufen konnte. Heuer ist es halt mal weniger - zumindest bis jetzt. Nächsten Winter könnte es wieder mehr sein. Ich halte absolut nichts von dieser krausen Theorie des zukünftigen Dauer-Schneemangels in Tallagen, die die ehemalige Spitzen-OLerin Helga Kromp-Kolb da immer wieder in den Medien verbreitet.

    Beim Langlauf gibt es doch auch Wettkämpfe in beiden Stilen - Skating und klassisch (diagonal). Warum also nicht auch beim Ski-OL? Das ist eine Disziplin mit Relevanz!
    "SkiO lebt aber als Wettkampf eher von der Schnelligkeit der Entscheidungen und einem engen Spurennetz." schreibst Du. Das war nicht immer so: Schau Dir mal alte Ski-OL-Karten an, als der Skating-Stil noch nicht erfunden war!
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